Aufbau einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur – NFDI

  Geflochtene Carbonfasern Urheberrecht: Mario Irrmischer  

Bund und Länder haben im November 2018 den Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur, kurz NFDI, beschlossen.

 

Die nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll die Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch erschließen, nachhaltig sichern und zugänglich machen sowie (inter-)national vernetzen. Sie wird in einem aus der Wissenschaft getriebenen Prozess als vernetzte Struktur eigeninitiativ agierender Konsortien aufgebaut werden.

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Auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, kurz BMBF, sind die Ziele der NFDI wie folgt beschrieben:

Die NFDI soll

  • den Zugang zu Forschungsdaten systematisch und nachhaltig verbessern,
  • dezentral, projektförmig, temporär gelagerte Datenbestände erschließen,
  • eine Gesamtstruktur untereinander verknüpfter Konsortien schaffen,
  • Anbieter und Nutzer zusammenbringen,
  • Standards für ein interoperables Forschungsdatenmanagement entwickeln,
  • eine gemeinsame Basis für Datenschutz, Souveränität, Integrität und Qualität von Daten schaffen,
  • Services aufbauen und
  • die internationale Anschlussfähigkeit sicherstellen.

Strukturelle Kernelemente der NFDI sind dabei die Konsortialversammlung, der Wissenschaftliche Senat und das Direktorat. Im Mai 2019 gab das Karlsruher Institut für Technologie, kurz KIT, den Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz, kurz GWK, bekannt, das Direktorat der NFDI in Karlsruhe anzusiedeln. Seit März 2020 ist Professor York Sure-Vetter Direktor der NFDI. Weitere Informationen zu den Strukturen finden Sie auf nfdi.de.

Ablauf und geförderte Konsortien

Während einer Förderperiode von zweimal fünf Jahren werden jährlich bis zu 90 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, um insgesamt bis zu 30 Konsortien aufzubauen. Das Ausschreibungsverfahren wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, durchgeführt. Die Konsortien werden in drei Ausschreibungsrunden jeweils in 2019, 2020 und 2021 ermittelt.

Am 26. Juni 2020 wurde die Förderentscheidung der ersten Ausschreibungsrunde zur Förderung getroffen und die Förderung von neun NFDI-Konsortien beschlossen:

  • NFDI4Culture – Konsortium für Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern (Geisteswissenschaften)
  • KonsortSWD – Konsortium für die Sozial-, Bildungs-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften (Sozialwissenschaften)
  • GHGA – Deutsches Humangenom-Phenomarchiv (Medizin)
  • NFDI4Health – Nationale Forschungsdateninfrastruktur für personenbezogene Gesundheitsdaten (Medizin),
  • DataPLANT – Daten in Pflanzen-Grundlagenforschung (Biologie)
  • NFDI4BioDiversität – Biodiversität, Ökologie und Umweltdaten (Biologie)
  • NFDI4Cat – NFDI für Wissenschaften mit Bezug zur Katalyse (Chemie)
  • NFDI4Chem – Fachkonsortium Chemie in der NFDI (Chemie)
  • NFDI4Ing – Nationale Forschungsdateninfrastruktur für die Ingenieurwissenschaften (Ingenieurwissenschaften)

Die RWTH wird somit als Hauptantragsteller in dem Konsortium NFDI4Ing sowie als Mitantragsteller in den Konsortien NDFI4Cat und NFDI4Chem gefördert.

Die GWK folgt mit dieser Entscheidung einer Empfehlung des NFDI-Expertengremiums, das als Ergebnis eines intensiven Begutachtungs- und Bewertungsprozesses der GWK die neun Initiativen zur Förderung vorgeschlagen hatte. Eine statistische Auswertung der geförderten Konsortien ist auf der Seite der DFG zu finden.

Einige der von der GWK für die erste Förderungsrunde ausgewählten NFDI-Konsortien haben bereits ihre Konsortialanträge öffentlich zugänglich gemacht. Diese sind unter anderem auf der neu eingerichteten NFDI Zenodo Community Collection einsehbar.

Nächste Schritte

Die nächste NFDI-Konferenz ist für den 8. bis 9. Juli 2020 geplant. Die Frist für die Absichtserklärungen zur Teilnahme an der zweiten Ausschreibungsrunde ist der 15. August 2020. Bis zum 30. September 2020 müssen dann die Anträge bei der DFG eingegangen sein. Weitere Informationen finden Sie auf der DFG-Webseite.

Eine Übersicht über alle bislang geplanten Konsortien finden Sie in der bereitgestellten PDF-Datei Antragstellende Konsortien.

 

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