Projektbeschreibung

Personalisiertes Lernen von Fachlichen Grundlagen und Studientechniken in Vorkursen (ETS41)

Kontakt

Name

Prof. Dr. Ulrik Schroeder

Lehr- und Forschungsgebiet Informatik 9

Telephone

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+49 (0)241 80-21930

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Steckbrief

Eckdaten

Veranstaltungsform:
Sonstiges
Format:
Sonstiges
Lernszenarien - Hauptkategorie:
Integration
Lernszenarien - Weitere Kategorien:
Interaktion und Kollaboration
Personalisierung
Selbststudium
Studiengang:
Vorkurs Informatik
Fakultät:
1-I - Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (Informatik)
Jahr:
2011
Medien:
L²P

Idee und Ziel

Am Beispiel der Informatik soll ein neuer Vorkursansatz für Studierende aller Studienrichtungen entwickelt werden, der die Förderung allgemeiner Studienfähigkeiten mit der Einführung in Lerntechniken für die Studierenden-fokussierte Lehre und die Blended Learning-Infrastruktur der RWTH integriert. Dadurch sollen neben der fachlichen Einführung vor allem die ersten organisatorischen und emotionalen Hürden des Studieneinstiegs gemeistert werden, um einen reibungslosen Studienbeginn zu ermöglichen.

Bislang konzentrieren sich Vorkurse aller Fachrichtungen darauf, fehlendes oder verloren gegangenes Schulwissen zu vermitteln bzw. aufzufrischen. Mangels einheitlicher Lehrpläne in den Schulen schwankt das Vorwissen in der Informatik jedoch noch stärker als in anderen Disziplinen zwischen keinerlei Vorkenntnis, durchgängigem Informatikunterricht seit der 5. Klasse und Leistungskursniveau. Zudem kommen die Teilnehmer_innen aus verschiedenen Studiengängen, weshalb der allgemeine Nutzen der Informatik und ihrer Anwendung in anderen Disziplinen stärker motiviert werden müssen.

Der Vorkursansatz soll daher fachspezifisches Grundlagenwissen anhand motivierender Anwendungsbeispiele aus den jeweiligen Studiengängen der Teilnehmer_innen angleichen. Dabei sollen unterschiedliche Lernertypen angesprochen werden, indem verschiedene Lehr- und Lernformen in Kombination mit neuen Medien eingesetzt werden. Außerdem soll auf das selbstständige, selbstbestimmte und aktive Erarbeiten von Inhalten in Kleingruppen gesetzt werden, um die Selbstverantwortung für den eigenen Lernerfolg zu fördern.

Das Konzept verfolgt damit im Kern fünf Ziele:
1. Grundlagen für ein Studium mit Informatik-Anteilen selbstständig erarbeiten
2. Studien-, Lern-, und Arbeitstechniken einüben und reflektieren
3. Gruppenbildung und Sozialkompetenz fördern
4. In die Nutzung neuer Medien und obligatorischer Studienwerkzeuge einführen
5. Personalisierte und individuell fachbezogene Lerninhalte anbieten

Projektverlauf

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Ergebnis

Vor dem eigentlichen inhaltlichen Teil wurden die Teilnehmer mit der für sie relevanten RWTH-IT-Infrastruktur (WLAN, Campus bis L²P) vertraut gemacht. Dann wurden methodisches und algorithmisches Arbeiten (motiviert für einzelne Studiengänge) sowie das Problemfinden und das Formulieren von Fragestellungen vermittelt. Darauf aufbauend wurden das Ableiten von Zielbeschreibungen und das Beschreiben von Lösungen mittels grafischer Sprachen unterrichtet. Im Anschluss daran wurde im Zuge einer zweitägigen Projektarbeit eine textuelle Programmiersprache selbstbestimmt eingeführt, wobei ein studiengangtypisches Problem bearbeitet wurde. Final wurde durch die Anwendung der informatischen Methoden im eigenen Studienfach die Nützlichkeit der Informatik für das eigene Studium motivierend herausgestellt. Zur Förderung der Gruppenbildung wurde von Beginn an in moderierten Gruppen gearbeitet, die durch moderne, interaktive Entwicklungsumgebungen, z.B. den App Inventor, in der Projektarbeit unterstützt wurden.
Mehr als 350 Studierende haben sich für den Vorkurs Informatik im Jahr 2012 angemeldet. Das ist eine Steigerung von 100 Studierenden im Vergleich zu 2010. Beginnend mit überwiegend geleiteten Übungen zu nicht fest definierten Aufgaben, nahm die Komplexität langsam zu, so dass einige der in Zweiergruppen zu lösenden Aufgaben als optional markiert wurden.
Eine wesentliche Änderung in der kommenden Iteration im Herbst 2013 ist ein flüssigerer Übergang von der grafischen Entwicklung mit dem App-Inventor hin zur textuellen Programmierung mit Hilfe von Eclipse. Einige Studierende hatte hier noch kleinere Probleme, die im App-Inventor erlernten Konzepte auf die textuelle Entwicklungsumgebung zu übertragen. Es ist vorgesehen, hier einen weiteren Zwischenschritt einzufügen.