Projektbeschreibung

Reality Learning (ETS45)

Kontakt

Name

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Martin Ziegler

Geotechnik im Bauwesen

Telephone

workPhone
+49 (0)241 80-25248

E-Mail

Steckbrief

Eckdaten

Veranstaltungsform:
Seminare
Format:
Sonstiges
Lernszenarien - Hauptkategorie:
Anreicherung
Lernszenarien - Weitere Kategorien:
Selbststudium
Studiengang:
M.Sc. Bauingenieurwesen, Geotechnische Projektstudie
Fakultät:
3 - Bauingenieurwesen
Jahr:
2011
Medien:
Videoaufzeichnungen, Video, Präsentation

Idee und Ziel

Der Alltag auf dem „Bau“ gilt als hart und der „Pfusch im Bauwesen“ ist allgemein bekannt. Zudem ist nachgewiesen, dass ein Großteil der Fehler durch mangelhafte oder gänzlich fehlende Kommunikation der Beteiligten entsteht. In diesem Projekt sollten die Studierenden die Realität des alltäglichen Geschäfts im Bauwesen bereits im Studium erlernen. Dazu wurde ein aktuelles, großes Bauprojekt in der näheren Umgebung ausgewählt. Die Studierenden bekamen Informationen wie z.B. Teile der Projektausschreibung als Grundlage und entwickelten daraus ein Planungs- und Berechnungskonzept. Die praktischen Probleme gingen über das Bekannte hinaus, so dass entdeckendes Lernen nach dem Trial and Error-Prinzip gefördert wurde. Die Studierenden wurden zu aktiven Lernern und das Wissen ging von der Oberflächen- in die Tiefenstruktur über. Dabei ließ die Form des Arbeitens sowohl eine inhaltliche sowie zeitliche Differenzierung zu, so dass sich jeder Studierende auf seinem individuellen Niveau weiterentwickeln konnte. In einem iterativen Prozess, in dem die einzelnen Gruppen ihre Konzepte in der wöchentlichen Baubesprechung präsentierten und diskutierten, wurden Entscheidungen getroffen. Das Rollenspiel Baubesprechung als zentraler Baustein des Reality Learning wurde videoaufgezeichnet, so dass Kommunikations- und Präsentationsprozesse selbstreflektiv verbessert werden konnten. So wurden aktiv und nachhaltig Basiskompetenzen erlernt, die im späteren Berufsleben von immenser Bedeutung sind.

Projektverlauf

Als Kick-off des Projekts wurde die Baustelle der U-Bahn Wehrhahnlinie in Düsseldorf vom Projektleiter des Auftraggebers vorgestellt. Im Anschluss daran wurden den Studierenden Daten, wie z.B. ein Teil der Ausschreibungsplanung, zur Verfügung gestellt, die Informationen bezüglich des Baugrunds, der Altlasten, des Grundwassers, der innerstädtischen Anforderungen, des architektonischen Entwurfs, der Bauwerksgeometrie etc. enthielten. Damit begann die Evolution-Phase, die unterteilt war in eigenständige Bearbeitung und wöchentliche Baubesprechungen. Eigenständig wurden die gegebenen Informationen abstrahiert und mit dem vorhandenen Fachwissen verarbeitet, so dass sie überzeugend in der Baubesprechung präsentiert werden konnten. Leitende Beteiligte des Bauprojekts standen den Studierenden als Ansprechpartner zur Verfügung, wobei diese wie im realen Tagesgeschäft nur eingeschränkt erreichbar waren.
Um eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit der Studierenden zu erreichen, wurde die Baubesprechung videoaufgezeichnet und ein Monitoring des eigenen Lernprozesses seitens der Studierenden fand statt.
In der abschließenden Baubesprechung waren auch die Projektbeteiligten der Wehrhahnlinie zugegen, so dass das in der Evolution-Phase Erlernte in der Praxis umgesetzt wurde. Die Studierenden mussten sich selbst und ihre Lösungen vor kritischen Fachleuten verteidigen. Im Anschluss an jede Bearbeitungsphase und Baubesprechung wurden die individuelle Vorgehensweise und die erzielten Ergebnisse im Kreise der gesamten Gruppe kritisch evaluiert. Zusätzlich erstellte jeder Studierende ein Portfolio mit dem Feedback der Gruppe, um die individuelle Lernprozess-Entwicklung zu dokumentieren.

Ergebnis

Die Lehrveranstaltung war im Rückblick sehr erfolgreich. Die Studierenden waren sehr motiviert und engagiert. Die Veranstaltung wurde in der Evasys-Umfrage mit Bestnoten bewertet (Durchschnitt 1,2). Die Lehrziele konnten erreicht werden: während des Semesters hat sich die Präsentationskompetenz und die Kommunikationskompetenz der Studierenden sichtbar verbessert.