ERC Consolidator Grant für Rebekka Schneider-Kramann

23.11.2023

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Die Direktorin des Instituts für Zell- und Tumorbiologie wird für ihre Forschung an Fibrose im Knochenmark und damit die Therapie von Blutkrebs durch den Europäischen Forschungsrat gefördert.

  Frau sitzt vor einem Mikroskop. Urheberrecht: © Peter Winandy Professorin Rebekka Schneider-Kramann

Rebekka Schneider-Kramann, Professorin für Zellbiologie an der RWTH Aachen und Direktorin des Instituts für Zell- und Tumorbiologie am Universitätsklinikum RWTH Aachen, wird für ihre Forschung zu Fibrose nun durch den Europäischen Forschungsrat mit einem ERC Consolidator Grant gefördert. Schneider-Kramann will mit ihrem erfolgreichen Forschungsantrag „RewindMF“ Fibrose im Knochenmark „bekämpfen“.

Das prestigeträchtige Förderprogramm des Europäischen Forschungsrates unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer konsolidierenden Phase ihrer Forschungsarbeit. Voraussetzung sind der bahnbrechende Charakter, die Ambition und die Durchführbarkeit des Forschungsthemas. Professorin Schneider-Kramann wird nun für fünf Jahre mit knapp zwei Millionen Euro gefördert. Es ist bereits das zweite Mal, dass sie eine ERC-Förderung erreicht. Ihr war es zuvor bereits gelungen, einen ERC Starting Grant am Erasmus Medical Center Rotterdam einzuwerben.

Schneider-Kramann will mit ihrem Team mit innovativen Methoden, die sie etabliert hat, Wege finden, dass sich Fibrose nicht mehr uneingeschränkt ausbreitet und Therapieansätze entwickeln, mit denen sich Fibrose wieder zurückbildet. Denn bisher galt der Eindruck, dass Narbenbildung in Organen nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Als Fibrose bezeichnen Medizinerinnen und Mediziner die massive Narbenbildung an Organen. Das Problem: Fibrose führt nach und nach zum Verlust der Organfunktionen und ist damit sehr schädlich für die menschliche Gesundheit.

Fokus auf das Knochenmark

In dem geförderten Projekt fokussiert sich die Wissenschaftlerin auf das Knochenmark. Hier kann es durch Blutkrebs zu massiver Fibrose im Knochenmark kommen, die die gesamte Blutbildung verdrängt. Bisher kann Fibrose ausschließlich mit Knochenmarktransplantation behandelt werden, doch kann diese Therapie bei vielen Patientinnen und Patienten nicht angewendet werden, weil diese für die aggressive Behandlung mit hochdosierter Chemotherapie und der Gabe von Spenderknochenmark bereits zu stark erkrankt sind. Und gelingt die Behandlung ist es immer noch möglich, dass gespendetes Knochenmark im Knochen nicht gut anwächst.

Schneider-Kramann will mit ihrem Team verstehen, welche Patientinnen und Patienten einen Benefit von einer Knochenmarktransplantation haben. Dafür wird sie viele Proben in ihrem Labor, dem Schneider Lab, von Erkrankten im Therapieverlauf vergleichen, bei denen die Therapie anschlägt und bei denen sie nicht anschlägt. Die Knochenmarksbiopsien werden dann bis ins kleinste Detail charakterisiert auf Einzelzellebene mit räumlicher Auflösung. So kann sowohl der Krebs als auch die Fibrose hochauflösend dargestellt werden mit großer Bedeutung für die Diagnostik und Therapie. „Wenn wir verstehen, wie Krebszellen die Stammzellen deregulieren, die Fibrose machen, dann können wir der Fibrose entgegenwirken“, sagt Schneider-Kramann. „Der Traum ist, Fibrose mittels Therapie so zu behandeln, dass sie sich wieder zurückentwickelt und Patientinnen und Patienten keine Knochenmarkspende mehr benötigen.“

Hier finden Sie zudem einen ausführlichen Bericht, der Prof. Schneider-Kramann und ihre Forschung portraitiert.