DFG verlängert Förderung für Sonderforschungsbereich/Transregio

28.11.2022

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RWTH Aachen ist eine der erfolgreichen Hochschulen

 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung für den Sonderforschungsbereich/Transregio (TRR) „Phänomenologische Elementarteilchenphysik nach der Higgs-Entdeckung“ verlängert. Hier forschen seit Januar 2019 die RWTH Aachen, das Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Siegen. Auch die Universität Heidelberg ist beteiligt. Die Sprecherfunktion für Aachen liegt bei Professor Michael Krämer vom Lehrstuhl für Theoretische Physik E.

Mit der Entdeckung des Higgs-Teilchens im Jahr 2012 ist das Standardmodell der Teilchenphysik – die Quantentheorie der fundamentalen Bausteine der Materie und deren Wechselwirkungen – vermeintlich komplett. Das Standardmodell beantwortet allerdings nicht alle grundlegenden Fragen: Weder kann die am längsten bekannte fundamentale Kraft, die Gravitation, in die Quantentheorie eingebettet werden, noch erklärt das Standardmodell kosmologische Phänomene wie die Existenz der „Dunklen Materie” oder der „Dunklen Energie”. Das Standardmodell der Teilchenphysik ist daher unvollständig und muss durch eine übergeordnete Theorie ersetzt werden.

Der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Forschungszentrum CERN in Genf sucht in der Kollision hochenergetischer Protonenstrahlen nach neuen Phänomenen jenseits des Standardmodells. Da selbst bei den höchsten Energien des LHC bisher keine neuen Teilchen erzeugt und beobachtet werden konnten, rückt die indirekte Suche nach Physik jenseits des Standardmodells stärker in den Fokus: Neue Teilchen und Wechselwirkungen manifestieren sich in Quantenfluktuationen, die als Abweichungen von den Vorhersagen des Standardmodells indirekt nachgewiesen werden können.

Der TRR „Phänomenologische Elementarteilchenphysik nach der Higgs-Entdeckung” ist die Reaktion auf diesen Paradigmenwechsel. Im Zentrum stehen hochpräzise theoretische Vorhersagen zur Interpretation der Messungen am LHC und an sogenannten Flavourfabriken sowie die Entwicklung neuer indirekter Methoden zur Suche nach Physik jenseits des Standardmodells. Durch die im TRR erwarteten Resultate kann das Potenzial von Beschleunigerexperimenten zur Suche nach neuen Phänomenen in vollem Umfang ausgeschöpft werden.