Talk Lehre 2022

 

Am 20. Juni 2022 fand (im SuperC, 6. Etage, 13 bis 18 Uhr) die inzwischen zwölfte Ausgabe des Tagungsformats Talk Lehre statt. Nach zwei digitalen Veranstaltungen wurde die diesjährige Tagung als hybrides Format durchgeführt. Neben dem Präsenzformat im SuperC wurden sämtliche Vorträge live via Zoom gestreamt. Insgesamt nahmen circa 250 Personen in Präsenz und digital an der Veranstaltung teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Malte Persike vom Center für Lehr- und Lernservices.

Der inhaltliche Schwerpunkt lag auf der RWTH als digital agierende Präsenzuniversität. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Orpha Fiedler (AStA) und Lukas Schnelle (AStA Referent für Lehre), die stellvertretend für die Studierenden der RWTH ein kurzes Grußwort sprachen. Im Anschluss stellte der Prorektor für Lehre, Professor Aloys Krieg, zentrale Herausforderungen für die RWTH im Bereich Studium und Lehre in den kommenden Jahren heraus.

Im ersten Vortragsteil wurden Best-Practice-Beispiele und ausgewählte Projekte aus der Lehre vorgestellt. Herr Universitätsprofessor Dr. Aaron Praktiknjo, Rektoratsbeauftragter für Nachhaltigkeit, stellte hierbei den Micro-Bachelor für Nachhaltigkeit vor. In diesem interdisziplinären Studienprogramm lernen die Studierenden die Grundlagen zum Thema Nachhaltigkeit anhand der 17 Sustainable Development Goals, kurz SDGs, der Vereinten Nationen sowie deren Bedeutung für unsere heutige und zukünftige Gesellschaft kennen.

Professor Kai-Uwe Schröder präsentierte anschließend mit dem LernAppShop der Fakultät für Maschinenwesen ein Werkzeug der integrativen interdisziplinären Lehre. Damit steht eine zentrale, kurs- und somit auch institutsübergreifende Zugriffsmöglichkeit für eine Vielzahl von digitalen Werkzeugen (Berechnungsroutinen, Programmen und Serious Games) einzelner Institute zur Verfügung.

Mit dem Jupyter-Konzept und der Genese des RWTH JupyterHub beschäftigte sich Dr. Mathias Wien. In sogenannten Jupyter Notebooks können Texte, Grafiken, ausführbare Codes und Visualisierungen integriert und in einer interaktiven webbasierten Umgebung dargestellt werden. Über den JupyterHub können solche Notebooks auf leistungsfähigen Servern von remote und mit einfachen Endgeräten genutzt werden, sodass sie sich ideal für die Lehre eignen.

Anschließend erfolgte die Verleihung des Lehrpreises 2021 in den Kategorien Lehrende und Nachhaltigkeit. Der erste Lehrpreis in der Kategorie Lehrende wurde an Professorin Sandra Korte-Kerzel (Lehrstuhl für Werkstoffphysik und Institut für Metallkunde und Materialphysik) vergeben. Der zweite Lehrpreis in der Kategorie Lehrende ging an Dr. Sebastian Daniel Reinartz (UK Aachen).

In der Kategorie Nachhaltigkeit wurde der erste Lehrpreis an Professorin Carmen Leicht-Scholten (Lehr-und Forschungsgebiet Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften) und der zweite Preis an die Fachschaft Geographie/Wirtschaftsgeographie der RWTH verliehen.  

Bei der anschließenden Posterausstellung konnten sich die Teilnehmenden über 19 ausgewählte Projekte und Best-Practice-Beispiele rund um die Lehre an der RWTH informieren. Das Format lud dazu ein, sich weitere Inspirationen zu holen, Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Im zweiten Vortragsteil wurden dann weitere Best-Practice-Beispiele aus der Lehre vorgestellt.

Professor Heribert Nacken realisierte in Folge der Corona-Pandemie eine Reihe von Veranstaltungen, bei denen die Studierenden mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen in nahezu beliebigen 3D-Szenarien zusammenarbeiten und interagieren konnten. Dabei ging die Bandbreite der VR-Szenarien von Rollenspielen zur Erarbeitung von Kommunikationskompetenzen über die gemeinsame transdisziplinäre Projektarbeit (von Juristeninnen und Juristen sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren) bis hin zu haptischen Tätigkeiten in Laboren. Im Rahmen des Vortrages wurden sowohl die Möglichkeiten, aber auch Grenzen dieses Avatar-basierten Lehrens und Lernens vorgestellt.

Moderne biotechnische Methoden erzeugen Daten mit hohem Volumen und Komplexität, die nur mit fortgeschrittenen digitalen Kompetenzen gewinnbringend ausgewertet werden können. Dr. Ulf Liebal zeigte auf, wie mit Hilfe der Simulation von biotechnischen digital twins entsprechende Daten individuell und realitätsnah erzeugt werden können. Die Auswertung der Daten wird dann in Jupyter Notebooks pädagogisch aufgearbeitet. Diese Umgebung ermöglicht es, kleine Aufgaben sowie Umfangreiche Projekte zu konzipieren und im asynchronem Lernen mit automatischen Korrekturen einzusetzen.

Professor Rüdiger von Nitzsch stellte mit dem Entscheidungsnavi ein an der RWTH entwickeltes Online-Trainingstool vor, mit dem Studierende eine entsprechende Entscheidungskompetenz trainieren können. Erreicht wird dies mit einem eng geführten, aber zugleich flexiblen Prozess der reflektierten Entscheidungsfindung, und zwar idealerweise anhand einer eigenen wichtigen Fragestellung.

Im letzten Vortrag des Tages berichteet Herr Martin Breuer über das Fernprüfungssemester 2021/22, welches die Hochschule aufgrund der Corona-Pandemie vor große organisatorische und technische Herausforderungen stellte. Insgesamt wurden über 100.000 Einzelprüfungen (1.368 Prüfungen) mit dem Prüfungssystem Dynexite abgelegt. Inhalte, Zahl der Teilnehmenden und zur Verfügung stehende Ressourcen sorgten für ein breites Spektrum unterschiedlicher Prüfungen. Der Vortrag bot einen diesbezüglichen Einblick und ging der Frage nach, ob und inwieweit Dozierende durch die Prüfungssoftware bereitgestellte Hilfsmittel nutzten.