Oktober bis Dezember 2020, Ausgabe 191

 

Liebe Alumni,

hiermit erhalten Sie den letzten Newsletter des Jahres 2020. Als unser Alumnus Dr. Thomas Schumacher, Ingenieur an der Kölner Dombauhütte, Ende Februar eine Gruppe interessierter Alumni im Dom sozusagen hoch über den Dächern Kölns versammelte, ahnten wir nicht, dass dies die letzte Alumni-Veranstaltung des Jahres sein würde, bei der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch persönlich begegnen und die Hände schütteln konnten. Gerade in diesem Jubiläumsjahr der Hochschule hatten wir mit dem Alumni-Tag auf dem Campus Melaten Großes vor. Gerne hätten wir Ehemalige aus der ganzen Welt eingeladen, an ihre Alma Mater zurückzukehren und mit uns zu feiern.

Doch es kam ganz anders und wir hatten eigentlich gehofft, dass wir uns mit dem Jahresende auch von der Corona-Pandemie verabschieden könnten - oder zumindest ihr Ende in Sicht sein würde. Das Gegenteil ist der Fall: Das Virus greift zurzeit noch stärker um sich als im Frühjahr, Deutschland und viele andere Länder gehen nun wieder in den sogenannten Lockdown. Allerdings gibt es auch Anlass zur Hoffnung, denn es ist der Wissenschaft gelungen, sozusagen in Rekordzeit geeignete Impfstoffe nicht nur zu entwickeln, sondern mit ihnen erste Impfungen durchzuführen. So hoffen wir, dass wir Ihnen im neuen Jahr - sobald es die Lage zulässt - wieder Veranstaltungen mit persönlicher Präsenz anbieten können.

Wir – das Alumni-Team – bedanken uns bei allen Leserinnen und Lesern des Alumni-Newsletters für die Aufmerksamkeit und Treue. Wir wünschen allen Ehemaligen der RWTH Aachen frohe Feiertage sowie ein friedvolles und vor allem gesundes 2021!

Fröhliche Weihnachten und ein Frohes Neues Jahr! - Merry Christmas and a Happy New Year! - Joyeux Noel et Bonne Année! - Vrolijk Kerstfest en Gelukkig Nieuwjaar! – Feliz Navidad y Próspero Ano Nuevo

Ihr Alumni-Team

 

Personalia

Internationale Ehre für Wil van der Aalst

Professor Wil van der Aalst, Inhaber des Lehrstuhls Informatik 9 – Process and Data Science (PADS) der RWTH Aachen und Abteilungsleiter der Process Mining Gruppe des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT), wurde nun für seine Leistungen im Bereich „Process Mining“ und „Workflow-Processes“ zum Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), dem weltweit führenden Berufsverband für die Förderung von Technologie für die Menschheit, ernannt. Van der Aalst ist einer der meistzitierten Informatiker weltweit, veröffentlichte wegweisende Beiträge im Bereich des Process Mining und entwickelte die ersten Process-Mining-Techniken wie „Process Discovery“, „Conformance Checking“ und prädiktive Algorithmen.

Professor Peter Boor wird mit dem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet

Die ERC Consolidator Grants gehören zu den höchstdotierten und prestigeträchtigsten Forschungsförderungen Europas. Vergeben vom European Research Council (ERC), unterstützen sie junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei, ihre innovative Forschung weiter auszubauen und zu konsolidieren. Peter Boor studierte Medizin an der Comenius Universität in Bratislava und der RWTH Aachen. Anschließend promovierte er 2009 an der RWTH und der Slowakischen Medizinischen Universität, bevor er 2012 in Experimenteller Pathologie habilitierte. Im Rahmen der Corona-Pandemie hat Peter Boor das Deutsche Register für COVID-19 Obduktionen an der Uniklinik RWTH Aachen aufgebaut. Er leitet und koordiniert es seitdem.

Hohe Auszeichnung für Professor Jun Okuda

RWTH-Professor Dr. Jun Okuda hat eine Verdienstauszeichnung vom Minister für Auswärtige Angelegenheiten Japans erhalten. Diese wird jährlich an Einzelpersonen oder Gruppen für herausragende Leistungen auf einem bestimmten Gebiet vergeben, aktuell gingen vier Auszeichnungen nach Deutschland.

Gewürdigt werden Okudas herausragende wissenschaftliche Ergebnisse auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie, seine langjährigen Bemühungen um die Förderung des japanisch-deutschen Wissenschaftsaustausches und sein Beitrag zur Festigung der Freundschaft zwischen Japan und Deutschland. Kiminori Iwama, japanischer Generalkonsul in Düsseldorf, wird die Urkunde pandemiebedingt zu einem späteren Zeitpunkt überreichen.

Drei RWTH-Wissenschaftler gehören zu den weltweit meist zitierten

Zu den weltweit am häufigsten zitierten Forschenden gehören die Mediziner Fabian Kießling und Twan Lammers sowie der Biologe Ralph Panstruga. Kießling ist Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Molekulare Bildgebung, Lammers betreut das Lehr- und Forschungsgebiet für Nanomedizin und Theranostik. Beide waren bereits 2019 als Highly Cited Researcher gelistet. Panstruga, Lehr- und Forschungsgebiet Molekulare Zellbiologie der Pflanzen, wurde bereits in den Jahren 2014, 2015 und 2019 in die Liste aufgenommen.

RWTH-Alumnus erhält den Dresdner Lyrikpreis 2020

Christoph Wenzel studierte Germanistik und Anglistik an der RWTH und wurde auch hier promoviert. Seit 2007 wurde er mit zahlreichen Stipendien und Literaturpreisen ausgezeichnet. Nun erhält er den Dresdner Lyrikpreis, der alle zwei Jahre vergeben wird und zur Förderung des kulturellen Austauschs mit Tschechien dienen soll. Wenzel ist als Digitalisierungsbeauftragter der Philosophischen Fakultät an der RWTH tätig.

Alumnus Erwin Flender ist Ehrendoktor der RWTH Aachen

RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger zeichnete kürzlich Dr.-Ing. Erwin Flender mit dem akademischen Grad und der Würde eines Doktors der Ingenieurswissenschaften Ehren halber aus. Flender absolvierte eine Dreherlehre und qualifizierte sich anschließend über den zweiten Bildungsweg. Einem Studium Produktions- und Maschinentechnik an der Fachhochschule Hagen folgte ein Studium der Gießereikunde an der RWTH Aachen. Hier promovierte er auch 1985 zum Thema „Rechnerunterstütztes Simulieren und Modellieren des Warmrissverhaltens bei der Erstarrung warmfester Stahlgussqualitäten“. Mit weiteren Gesellschaftern gründete er 1988 die Firma MAGMA Gießereitechnologie GmbH in Aachen. Ziel war die Entwicklung von Software zur Simulation von Fertigungsprozessen für das Gießen. Flender konnte die Industrie schnell und nachhaltig von seinen visionären Ideen überzeugen und setzte sich frühzeitig für eine Internationalisierung ein. Auch gründete Flender SIGMA Engineering, hier entsteht Simulationssoftware für die Entwicklung und Herstellung von Kunststoffteilen.

RWTH-Spin Off mit NRW-Gründerpreis 2020 ausgezeichnet

Der Gründerpreis NRW des Wirtschaftsministeriums und der NRW.BANK prämiert alljährlich die kreativsten und erfolgreichsten Geschäftsideen in Nordrhein-Westfalen. Unter zehn Finalisten des diesjährigen Wettbewerbs hat sich das Team des RWTH Spin Offs oculavis durchgesetzt, das mit Hilfe von Augmented Reality Serviceprozesse im Maschinen- und Anlagenbau revolutioniert hat. Das Unternehmen setzt auf Remote Support und Augmented Reality Workflows, die neben Datenbrillen auch auf jedem Smartphone oder iPad funktionieren.

NRWs wichtigster Gründerpreis ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert und wird vom Wirtschafts- und Digitalminister, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der NRW.BANK, Eckhard Forst, verliehen.
Schließlich ist anzumerken, dass noch ein zweites Unternehmen aus der Region Aachen mit „RWTH-Beteiligung“ im Finale des Gründerpreises vertreten war: Die “Speisekammer”, 2015 gegründet von Ruth Roentgen und RWTH-Alumnus Dr. Robin Lamm, bietet ein frisches und nachhaltig produziertes Lebensmittelvollsortiment von einem regionalen Produzentennetz. Neben dem klassischen stationären Handel wurde unter dem Motto „online lokal bestellen“ ein Onlineshop mit eigenem Lieferservice entwickelt. Durch die Auslieferung mit Elektroautos und dem Einsatz von ressourcenschonenden Mehrwegverpackungen wird eine neuartige Nachhaltigkeit im Onlinehandel gelebt.

 

Weiterbildung & Karriere

„Stellenportal RWTH Alumni“ online

Auf unserem Stellenportal RWTH Alumni haben Unternehmen die Chance, Stellenangebote für vakante Führungspositionen oder für Arbeitnehmer mit Erfahrung zu veröffentlichen. Zugleich richtet sich diese Plattform speziell an unsere Alumni, denn Absolventinnen und Absolventen der RWTH sind in Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie immer wieder sehr beliebt, insbesondere Alumni mit Erfahrung. Falls Sie als Unternehmen an der Veröffentlichung einer Stellenanzeige interessiert sind, kontaktieren Sie uns gerne per .

RWTH International Academy Angebote: Vergünstigte Teilnahmegebühren für Mitglieder des RWTH Alumni-Netzwerks

Bei Buchung einer Weiterbildungsveranstaltung der RWTH International Academy reduziert sich für Alumni die Gebühr durch Ihre Mitgliedschaft im RWTH-Alumni-Netzwerk. Bei der Buchung von Zertifikatskursen und Seminaren sowie Full-Time Master Studiengängen reduziert sich die Teilnahmegebühr um 5 Prozent, bei Part-Time-Programmen verringert sich der Betrag um 10 Prozent. Die Kurse und Studienprogramme können auf der Homepage der International Academy gebucht werden.

Vollzeit MBA an der RWTH Aachen

Die RWTH Business School bietet ab dem Wintersemester 2021/22 einen Full-Time MBA in Digitalization & Industrial Change an. Der Studiengang lehrt vor allem, wie Sie technische (digitale) Lösungen anwenden und integrieren, um zu einem erfolgreichen Wandel in Unternehmen beizutragen. Seien Sie bereit, die digitale Transformation der Industrie zu managen. Das Bewerberportal ist bereits geöffnet, bis zum 15. Januar 2021 profitieren Sie von einem Early-Bird-Rabatt von 10 Prozent auf die gesamte Studiengebühr!

Neukonzeption Executive MBA

Mit dem neuen Konzept des Executive MBA werden Sie optimal auf die Chancen und Herausforderungen der Digitalen Transformation und die damit einhergehenden Aufgaben für Unternehmen vorbereitet. Das Programm wurde um modernste Blended-Learning-Methoden ergänzt, die Ihnen vor allem mehr Flexibilität und Raum zur persönlichen Entwicklung bieten. Freuen Sie sich auf eine abwechslungsreiche und moderne Learning Journey bestehend aus digitalen Selbstlernphasen, interaktiven Tagen an der RWTH Business School und internationalen Modulen und wachsen Sie über sich hinaus! Nächster Start ist im April 2021.

Weiterbildungsveranstaltungen des WZLforums

 

Wissenschaft & Wirtschaft

47.173 Studierende an der RWTH Aachen

Die Studierendenzahlen an der RWTH steigen auch im Wintersemester 2020/21 weiter an. Zum Stichtag 1. Dezember 2020 sind 47.173 Studierende eingeschrieben, davon 15.357 Frauen. Der Frauenanteil liegt wie im Vorjahr bei 33 Prozent. Im ersten Fachsemester sind 10.588 Studierende. Die Fakultät für Maschinenwesen bleibt mit rund 13.000 Immatrikulierten – davon 2.807 im ersten Fachsemester – diejenige mit den meisten Studierenden. Hier ist zudem die größte Steigerung bei den Fachanfängerinnen und -anfängern zu verzeichnen. Auch international nahm das Interesse an einem RWTH-Studium zu, 12.477 internationale Studierende lernen aktuell in Aachen. Mit einem Anteil von 23 Prozent kommen die meisten aus China, gefolgt von Indien mit einem Anteil von 13 Prozent.

Kann die Straße künftig das Auto mit Energie versorgen?

RWTH-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler wollen Konzepte und Werkstoffsysteme für die Energieübertragung zwischen Fahrzeug und Straße entwickeln und eine Integration in die Infrastruktur erforschen. Ziel ist, dass Fahrzeuge während des Fahrens die zum Betrieb oder zur Schnellladung erforderliche Energie aus einem Induktionsfeld beziehen. In die Straße eingelassene Induktionsmodule erzeugen die Energie. Im Rahmen des Projekts „InductInfra – Induktive dynamische Energieversorgung von Fahrzeugen über die Straßenverkehrsinfrastruktur“ kooperieren hierzu das Institut für Straßenwesen unter Leitung von Professor Markus Oeser und das Institut für Elektrische Maschinen von Professor Kay Hameyer. Aktuell steht die Elektrifizierung des Individual- und Wirtschaftsverkehrs im Fokus. Für den Fernverkehr gibt es noch viele Problemfelder, etwa die mangelnde Reichweite, die Batteriegröße, das Batteriegewicht und die lückenhafte Ladeinfrastruktur. Ein Lösungsansatz könnte in der kontinuierlichen Ladung beziehungsweise Energieübertragung zwischen Fahrzeug und Fahrbahn während der Fahrt liegen.

RWTH und City University of London erforschen den lautlosen Eulen-Flug und seine Bedeutung für die Luftfahrt

Wenn sich die Eule in der Nacht auf die Beute stürzt, ist kein Flügelschlag zu hören. Jetzt haben Forscher in Aachen und London ein weiteres Puzzleteil entdeckt, wie die Jägerin es schafft, geräuschlos in der Dunkelheit zu fliegen. Grund ist ein besonderes physikalisches Merkmal der Federn an der vorderen Flügelkante, das zur Geräuschminderung beiträgt. Die Federstrukturen sehen aus wie ein Kamm mit vielen nebeneinanderliegenden kleinen Häkchen, wie Professor Hermann Wagner vom Institut für Zoologie der RWTH Aachen erläutert. So werde die Luft durch die Hakenkämme beim Fliegen nach innen gelenkt, das verursache weniger Reibung an der Flügelspitze, Turbulenzen oder weitere geräuschvolle Effekte, der Luftstrom werde verbessert. Der Projektpartner Professor Christoph Brücker von der City University of London betont, dass die die Mikrostrukturen der Eulenfedern auf die Luftfahrt übertragbar sind. Brücker promovierte und habilitierte an der RWTH und leitet jetzt das Londoner Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt. Durch die üblichen gepfeilten Flügel, deren Winkel zur Flugzeugachse hin angepasst sind, entstünden Luftverwirbelungen, die zur Lärmentwicklung am Flügel beitragen, so der Aerodynamiker. Diese Effekte könnten nach dem tierischen Vorbild künftig gedämpft werden.

Verborgene Prozesse im Zentrum der Sonne entschlüsselt

Forschende von RWTH und Forschungszentrum Jülich veröffentlichen in der Zeitschrift Nature Ergebnisse zum ersten experimentellen Beweis für Fusionsprozesse in schweren Sternen. Die sogenannte Borexino-Kollaboration wies zum ersten Mal die Existenz des CNO-Fusionszyklus in der Natur nach, indem sie aus diesem Prozess stammende solare Neutrinos entdeckte. Die Ergebnisse veröffentlichte sie nun in der renommierten Fachzeitschrift Nature.

Die Sonne ist in ihrem Kern ein gigantischer Fusionsreaktor. In ihrem Inneren verschmelzen bei einer Temperatur von rund 15 Millionen Grad fortlaufend Wasserstoffkerne miteinander und bilden das Element Helium. Dabei senden sie unterschiedliche Strahlung und Partikel aus. Einige davon sind die Neutrinos. Milliarden davon durchdringen auf der Erde in jeder Sekunde jeden Quadratzentimeter. Diese Eigenschaft, Materie ungehindert zu durchdringen, macht sie zu idealen Sonden, um einen näheren Einblick in den solaren Fusionsofen zu gewinnen: Sie liefern direkte, unverfälschte Informationen über die Verhältnisse im Zentrum der Sonne.

Reallabor in Bergwerksumgebung

Im Oktober schlossen die RWTH und die Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche GmbH einen Kooperationsvertrag zur Erforschung neuer Technologien für eine nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung. Dazu wurde im Rahmen des ERS Prep Funds „PFKA010 – Prep for Innovation: Reallabor Nivelstein“ auf dem Gelände der Nivelsteiner Sandwerke ein Reallabor errichtet, das die Forschung und Entwicklung in einer realen Bergwerksumgebung ermöglicht. Die Zusammenarbeit zwischen der RWTH und den Nivelsteiner Sandwerken ist ein wichtiger Grundstein für die Erforschung zukunftsweisender Technologien, insbesondere für kleine und mittelständische Betriebe der Rohstoffversorgung. Auf der Agenda stehen Themen wie der Einsatz Künstlicher Intelligenz, 5G-Datenübertragung, neuartige Sensortechnologien und innovative Prozessleittechnik für die Rohstoffgewinnung und -aufbereitung.

Corona-Infektion durch Aerosole – Aachener Forscher: Klassenräume brauchen mehr Luft

Wissenschaftlerteams der RWTH Aachen bewerten das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus durch Aerosole in Klassenräumen im Vergleich zu anderen Raumtypen kritisch, wenn weder eine maschinelle Lüftung installiert noch ein Lüftungsleitfaden etabliert ist. Gründe seien die mitunter hohen Belegungsdichten und die langen Nutzungsdauern von Klassenräumen, stellt Professor Dirk Müller vom RWTH-Lehrstuhl für Gebäude- und Klimatechnik nach Vergleichsrechnungen fest. Analysiert wurde dabei das Ansteckungs-Risiko für unterschiedliche Raumtypen. Bei der Nutzung von Klassenräumen und Sporthallen müsse man mehr aufpassen als bei großen, vollbesetzten Hörsälen mit 1.000 Studierenden, schließt Müller aus den Ergebnissen. Auch private Feiern sind riskant. „Die Daten haben jetzt bestätigt, dass eine größere Feier zuhause viel riskanter sein kann als Veranstaltungen im öffentlichen Rahmen. Im privaten Bereich bei einer üblichen Fensterlüftung ist der Luftwechsel oft so gering, dass die Übertragung des Virus über den Aerosolweg gut funktioniert“, sagt Müller. Dagegen wäre in vielen öffentlichen Gebäuden, die über eine raumlufttechnische Anlage verfügen, die Infektionsgefahr deutlich geringer. Auch ein gut belüfteter Raum wie ein moderner Hörsaal sei selbst bei einer hohen Belegungsdichte viel weniger problematisch.

Erster grenzüberschreitender vollautomatischer Rettungsflug in Aachen gestartet

In Aachen ist jetzt der erste grenzüberschreitende vollautomatische Rettungsflug im Rahmen des Forschungsprojekts „GrenzFlug“ gestartet. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst drückte über eine vernetzte Bodenstation von Düsseldorf aus den Startknopf und überwachte den Flug. Bodengebundene Suchaktionen sind zeitaufwändig und erfordern viel Personal. Automatisierte Flugsysteme können hingegen ein Gebiet schnell erreichen und auch schwer passierbare Gebiete systematisch absuchen. Am RWTH-Institut für Flugsystemdynamik unter Leitung von Professor Dieter Moormann wurde in den vergangenen Monaten ein unbemanntes Flugsystem für diese Aufgabe mit den notwendigen Sensoren ausgestattet. Das Flugsystem kann als Kippflügler senkrecht starten, landen und gleichzeitig vollständig automatisiert große Strecken auch außerhalb der Sichtweite eines Steuerers zurücklegen.

RWTH erforscht Plastikrecycling mit Mikroben

Allein im Jahr 2019 wurden weltweit rund 360 Millionen Tonnen Plastik produziert, das oftmals entweder auf der Deponie oder gar in der Landschaft und im Meer landete. Ein internationales, multidisziplinäres Konsortium - gefördert im Rahmen von EU HORIZON 2020 - forscht daher nach neuen, nachhaltigen Recyclingmethoden. Angestrebt wird eine tragfähige komplementäre Alternative zu mechanischen und chemischen Verfahren. Koordinator von MIX-UP - Kurzform für MIXed plastics biodegradation and UPcycling using microbial communities - ist RWTH-Professor Lars Blank vom Lehrstuhl für Angewandte Mikrobiologie. Beteiligt seitens der Aachener Exzellenz-Uni sind weiterhin die Lehrstühle für Biotechnologie, für Technische und Makromolekulare Chemie sowie die Aachener Verfahrenstechnik. Ihr Ziel ist die mikrobielle Verwertung von Plastikabfällen hin zu wertigen Molekülen.

 

Veranstaltungen

09.01.2021

Abendgespräche Inklusion: Die Auswirkung einer Trisomie 21 auf Sprache, Denken und Verhalten

19.01.2021

Bioökonomie-Reihe: Bioökonomie und gesellschaftlicher Wandel – Herausforderungen und Chancen

27.01.2021

Die RWTH erklärt den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

23.02.2021

Online-Vortrag: Raus aus der Gerüchteküche! NC-Märchen und ihr Wahrheitsgehalt

 

Die aufgeführten Termine sind eine Auswahl. Weitere Veranstaltungen finden Sie auf den Webseiten der RWTH Aachen, der der Stadt Aachen sowie von Aachen Congress.

 

Herausgeberin im Auftrag des Rektors: Stabsstelle Relationship Management

Redaktion: Dietrich Hunold
Verantwortlich: Marlen Gorin

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