Wissenschaftlicher Re-Import

29.07.2011

Univ.-Prof. Rüdiger Bachmann, Ph.D ist Inhaber des Lehr­stuhls für Wirtschaftswissenschaften und beschäftigt sich mit Simulationen. Dabei geht es um Themenstellungen der Makroökonomie und die komplexen Parameter, die darauf einwirken. Für diese Forschungsarbeit nutzt er entsprechende Algorithmen und die Rechenleistung von Computern.

  Urheberrecht: Foto: Peter Winandy Univ.-Prof. Rüdiger Bachmann, Ph.D. ist nach zehn Jahren aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt und hat seit April 2011 an der RWTH Aachen den Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften inne.

Bei einem anderen Simulationsprojekt, wie er es nennt, steht er selbst im Mittelpunkt. Rüdiger Bachmann nahm im April den Ruf der RWTH an und kehrte nach zehn Jahren aus den USA nach Deutschland zurück. „Das ist für mich ein Experiment. Ich möchte sehen, ob internationale Spitzenforschung in Deutschland möglich ist.“ Eine wesentliche Grundlage für das Gelingen seines Experiments hat für ihn die Exzellenzinitiative geschaffen. Dieser „Ruck, der durch die deutsche Hochschullandschaft“ ging, wie er es nennt, wurde auch in den Vereinigten Staaten wahrgenommen.

Den Kontakt zu seinem Heimatland hatte Prof. Bachmann nie verloren. Auf dem Laufenden hielt ihn auch die German Scholars Organisation e.V. (GSO). Der gemeinnützige und von Spenden getragene Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Abwandern der „besten Köpfe“ zu verhindern. Die GSO leistet Unterstützung, um deutsche Wissenschaftler wieder aus dem Ausland zurückzuholen. So fördert sie die Rückkehr von Rüdiger Bachmann mit einem Stipendium über fünf Jahre, womit beispielsweise zusätzliche Rechnerkapazitäten finanziert werden.

Seine Ausbildung begann Bachmann an der Universität Mainz, wo er die Fächer VWL, Philosophie und Spanisch belegte. Anschließend war er mit einer Bewerbung für das PhD-Progamm der Yale University erfolgreich. Nach der Promotion wechselte Rüdiger Bachmann zur University of Michigan, wo er bis 2011 als Assistent Professor of Economics in einem Department mit 50 weiteren Professoren tätig war. Einen derartig großen Kreis an Wirtschaftswissenschaftlern traf Prof. Bachmann in Aachen nicht an, dafür empfand er die ersten Kontakte zu den neuen Kollegen als ausgesprochen inspirierend.

Genau diesen intensiven fachlichen Austausch wünscht sich Bachmann für seine künftige Arbeit an der RWTH, bei der er Fragestellungen der Makroökonomie nachgeht. Diese in der Vergangenheit von unterschiedlichen Lehrmeinungen dominierte Disziplin erfuhr in den letzten Jahrzehnten durch den Einsatz von Computern und Simulationswerkzeugen eine rasante Veränderung. So können immer mehr Parameter hinzugezogen werden, um zu erklären, wie nationale Haushalte funktionieren oder welche Auswirkungen wirtschaftspolitische Steuerungsmaßnahmen haben. Um derart komplexe und heterogene Themenstellungen in mathematischen Modellen abzubilden, kommt die Wissenschaft zwar auch weiterhin nicht ohne Generalisierungen aus, dennoch werden die Ergebnisse zunehmend differenzierter. Diese Arbeitsweise impliziert verstärkt Überschneidungen mit Disziplinen wie der Mikroökonomie, der Informatik oder Fächern der Natur- und Ingenieurwissenschaften. Ansprechpartner aus diesen Bereichen findet Prof. Bachmann jetzt dazu in seinem neuen Kollegenkreis an der RWTH.

i.A. Sabine Busse