Counter Entropy Team hat immer ein Stück Aachen unter den Füßen

05.03.2012

Wie jeder Alemanniafan weiß, wurde der alte Tivoli – Aachens Hexenkessel- abgerissen. Siege und Niederlagen sowie große Emotionen bleiben in Erinnerung. Nebenan steht schon der neue Tivoli und besticht den Besucher mit moderner Architektur. Auf dem alten Stadiongelände werden in Zukunft neue Häuser gebaut – und die Frage, was mit den Überresten des ehemaligen Stadions geschieht, stellt sich kaum jemand. Doch genau darüber haben sich Studierende der RWTH Aachen Gedanken gemacht und zumindest für die Tribünenträger eine neue Aufgabe bestimmt.

 

Das interdisziplinäre Team der RWTH, das sich aus den Fakultäten für Architektur, Bauingenieurwesen und Maschinenwesen sowie der Human-Computer Interaction Group und Studierenden aus dem Studiengang Technische Kommunikation konstituiert, steht unter dem Leitgedanken „Counter Entropy" (gegen Verschwendung). Die Studierenden nehmen an einem internationalen Wettbewerb Solar Decathlon Europe teil und haben die Aufgabe, das Haus der Zukunft selbst zu planen und zu bauen.

Das bedeutet für die Studierenden nicht nur mit neuester Technologie ein effizientes Null-Energie-Haus zu entwickeln, sondern auch Ressourcen zu schonen. Im Sinne des Urban Mining (Stadt als riesige Rohstoffmine) bereiten sie Rohstoffe auf und verwerten sie weiter. Dass der Abriss des alten Tivolistadions in den Zeitpunkt der Projektrealisierung fiel, war für das RWTH Team ein großer Glücksfall. Mit Hilfe der Stadt Aachen konnten sie die Holztribünenträger vor ihrer Entsorgung für sich als „re-used" Baumaterial sichern.

Die Studierenden werden die alten Holzträger des ehemaligen S-Blocks zum neuen Fußboden verarbeiten. Wenn sie ihr Haus beim Wettbewerb in Madrid einem internationalen Publikum präsentieren, wird auch ein echtes Stück Aachens dabei sein. Auch bei späteren Ausstellungen des Hauses auf internationalen Messen, wie zum Beispiel der Bau 2012 in München, werden die Studierenden mit den Überresten des alten Stadions, immer ein Stück ihrer Heimat beziehungsweise ihres Studienortes präsentieren können.

Verfasst von Stella Conrads

Das "Counter Entropy House" wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.