Ideen statt Bagger

31.05.2023
Morschenich-Alt Urheberrecht: © RWTH

Wie können die Tagebaudörfer im Rheinischen Revier zum Leben zurückkehren? Und wie kann dies fortan nachhaltig und sozial gerecht gestaltet werden? Es gibt kaum einen besseren Ort, um darüber nachzudenken als Morschenich-Alt. Vom 17. bis 24. Juni werden Bürgerinnen und Bürger vor Ort nach den Antworten auf diese Fragen suchen und den Strukturwandel vor der Haustür mitgestalten – und alle sind eingeladen, bei der von der RWTH Aachen und der Neuland Hambach organisierten Projektwoche dabei zu sein.

 

Ort der Zukunft. Das steht auf dem Ortsschild von Morschenich-Alt. Der Ort, der eigentlich abgebaggert werden sollte, dessen Bewohner umgesiedelt sind und der nun – direkt hinter der Abbruchkante des Tagebaus – doch weiterleben wird. Wie so ein Ort der Zukunft aussehen könnte, das soll in der Projektwoche im Juni erarbeitet werden. Spannend, nicht nur für Morschenich, denn die vielen Fragen betreffen alle: Wie kann eine dezentrale Energieversorgung im Rheinischen Revier funktionieren? Wie kann Mobilität im ländlichen Raum zukünftig aussehen, wie die Bauwende gelingen? In 70 verschiedenen Projekten – Vorträgen, Workshops und Exkursionen, Diskussionsrunden und Ausstellungen – sollen neue Perspektiven entwickelt und gemeinsam diskutiert werden. Alle Formate vereint, dass sie Teilhabe und Dialog zu aktuellen Themen des Strukturwandels ermöglichen wollen.

„Bei der Projektwoche geht es hier vor Ort um neue Chancen für den Strukturwandel im Rheinischen Revier, darüber möchten wir mit den Menschen sprechen“, sagt Prof. Agnes Förster, Leiterin des Lehrstuhls für Planungstheorie und Stadtentwicklung an der RWTH Aachen. Der Lehrstuhl veranstaltet mit der Transformationsplattform „REVIERa“ zusammen mit der Neuland Hambach die Projektwoche in und rund um die Kita an der Ellener Straße in Morschenich-Alt. Gastgeberin ist die Gemeinde Merzenich. Bianca Hohn, Projektmanagerin bei der Neuland Hambach ergänzt: „Mit der tu! Hambach wollen wir Forschung und Praxis miteinander verbinden, die Besucherinnen und Besucher können und sollen sich in den tiefgreifenden Wandlungsprozess ihrer Region einbringen.“ Lennart Schminnes sieht als Strukturwandelmanager der Gemeinde Merzenich „das riesige Potenzial, das Morschenich-Alt hat“, und er freut sich bereits darauf, mit dem gesamten Team „im Rahmen der Veranstaltung viele neue innovative Projekte zu entfesseln.“ Die Idee der Temporären Universität Hambach (tu! Hambach) mit der Projektwoche in Morschenich-Alt wurde während des REVIERateliers im Sommer 2022 gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Rheinischen Revier entwickelt.

Die Temporäre Universität Hambach (tu! Hambach) ist ein kollaboratives Lern- und Gestaltungsformat für das Rheinische Revier. Zahlreiche Menschen, Gruppen, Institutionen tragen auf Augenhöhe zur Projektwoche in Morschenich-Alt im Juni 2023 bei. Die Temporäre Universität wird in Kooperation mit der Neuland Hambach von der Transformationsplattform REVIERa der RWTH Aachen veranstaltet. Im Sommer 2023 ist die tu! zu Gast in der Gemeinde Merzenich. Lokale Partner:innen sind das Forschungszentrum Jülich (Strukturwandelinitiative BioökonomieREVIER), die FH Aachen (Lehrgebiet Stadtplanung, Transformation und Prozessgestaltung) sowie das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte (Projekt „geSCHICHTEN Rheinisches Revier“).