Alan Turing – ein Visionär der Informatik

20.04.2012

Mit seiner Arbeit schuf Alan Turing (1912 bis 1954) wichtige Grundlagen für die moderne Informations- und Computertechnologie. Sein Denken und Werk sind nun Gegenstand einer Vortragsreihe, die durch die Fachgruppe Informatik der RWTH Aachen organisiert wurde. Die Vorträge sind öffentlich und finden jeweils um 15.00 Uhr im Informatik-Zentrum Ahornstr. 55, im Hörsaal AH 4 statt.

 

Am 25. April wird sich Johannes Blömer vom Institut für Informatik der Universität Paderborn in seinem Vortrag „Alan Turing, die Enigma und die Geburt der modernen Kryptographie“ mit der Entwicklung von Geheimcodes und Codebrechern auseinandersetzen. Inspiration hierfür ist eine historische Begebenheit aus dem Leben Alan Turings. Dieser lieferte sich einen spannenden Wettkampf mit deutschen Entwicklern der Enigma-Chiffriermaschine um Informationen und deren Geheimhaltung im Zweiten Weltkrieg. Die durch sein Team entwickelten Prinzipien der modernen Kryptographie werden noch heute auf vielseitige Weise angewandt.

Wolfgang Coy von der Humboldt-Universität in Berlin wird sich am 23. Mai mit dem Turing-Test und seinen Nachwirkungen auf die heutige Zeit beschäftigen. Der Test wurde 1950 von Alan Turing entwickelte und befasst sich mit dem Thema „künstliche Intelligenz“. Mit seiner Hilfe soll ermittelt werden, ob Computer und Menschen ein ähnliches Denkvermögen aufweisen. Unter dem Titel „Turing Test Revisited“ geht Wolfgang Coy der Frage nach, ob Computer nun menschliche Sprachen verstehen, und ob sich der allgemeine Sprachgebrauch inzwischen soweit verändert hat, dass wir Maschinen Intelligenz zubilligen sollten.

Als letzter Referent der Reihe wird sich Hans Meinhardt vom Institut für Entwicklungsbiologie des Max-Planck-Instituts in Tübingen am 27. Juni mit dem „Aufbau und Abbau von Mustern in der Biologie“ auseinandersetzen. Hans Meinhardt wird eine Verbindung zwischen den Fachdisziplinen Biologie und Informatik ziehen, für die sich auch Turing bereits interessierte. Grundlegendes, gemeinsames Merkmal ist die Auseinandersetzung mit der Entwicklung von komplexen Strukturen und Organismen.