Die weltbesten Computer-Hacker kommen aus Aachen

22.12.2010

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Ulrike Meyer

Forschungsgruppe IT-Sicherheit

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In einem Wettbewerb zur IT-Sicherheit an der Ural State University im russischen Jekaterinburg setzte sich jetzt ein Team aus 20 Informatikstudenten der RWTH gegen die Konkurrenz von 43 Hochschulteams aus aller Welt durch. Das Aachener Team „0ldEur0pe“ war die Nummer eins in dem so genannten Capture-the-Flag-Wettbewerb (iCTF). Anstatt realer Flaggen müssen die Mannschaften 32-stellige Datencodes der Gegner erobern, indem sie via Internet in deren Rechner eindringen. Zwei Wochen zuvor hatte das Team bereits im größten jährlichen „iCTF“ der University of California Santa Barbara mit insgesamt 72 teilnehmenden Teams den zweiten Platz hinter der Carnegie Mellon University belegt.

 

Das virtuelle Kräftemessen hat einen ernsten Hintergrund: In kommerziellen IT-Systemen wären die „Flaggen“ unter anderem Daten von Kreditkartennummern oder Passwörter für das Online-Banking. „Solche Wettbewerbe sind wertvoll, weil die Studenten üben, was sie später im Beruf können müssen“, erläutert Ulrike Meyer, Professorin für IT-Sicherheit am UMIC-Forschungszentrum der RWTH-Aachen. Die Studierenden entlarven typische Sicherheitslücken und Bedrohungen in Computersystemen und erarbeiten Strategien, wie man diese Lücken möglichst rasch schließt.

Die große Begeisterung der Studierenden ist eines der Erfolgsgeheimnisse des Aachener Teams, das aus 20 Mitgliedern besteht. Die meisten von ihnen haben IT-Sicherheit als Schwerpunkt in ihrem Informatikstudium gewählt. Die Befürchtung, dass die Hobby-Hacker auf die schiefe Bahn geraten könnten, ist laut Ulrike Meyer unbegründet. Die meisten Absolventen arbeiten später in der Forschung bei großen Unternehmen wie Lufthansa oder Siemens, wo sie helfen, Schwachstellen in deren Software auszumerzen. „Die Arbeit wird nie ausgehen“, so Meyer, „denn jedes Computersystem hat Schwächen“.

Stand: 12/2010