SPACEmaker!

06.06.2012

Intervention von Studenten der RWTH Aachen und der Alanus Hochschule in Bonn

 

Mit Hilfe von mobilen zweiflügeligen Wandmodulen werden elf Studenten der RWTH Aachen und der Alanus Hochschule am 17. Juni 2012 zu „SPACEmakern“. An insgesamt neun Stationen in der Bonner Innenstadt erzeugen die Studenten mit zwei Meter hohen Leichtbaukonstruktionen, die an den Armen befestigt sind, temporäre Raumveränderungen, die auf die spezifische Situation des Ortes eingehen.

Verkehrsräume zu temporären Freiräumen umgestalten


Im 1:1-Maßstab werden publikumswirksame Bilder kreiert, Verkehrsräume zu temporären Freiräumen umgestaltet, Labyrinthe geschaffen, Fußgängerbewegungen umgeleitet oder mobile Stadt-Räume gebildet. Für Passanten und Verkehrsteilnehmer wird damit zum einen spürbar, wie sehr die Stadt vom PKW-Verkehr geprägt ist. Zum anderen veranschaulicht die Aktion, wie viele Möglichkeiten die Stadt für Nutzungen jenseits des motorisierten Verkehrs bietet. Ziel der Aktion SPACEmaker! ist es, Aufmerksamkeit für den Verkehr in der Stadt zu wecken und mit interessierten Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Aktion beginnt um 12 Uhr vor dem Bonner Hauptbahnhof und bewegt sich über mehrere Stationen durch die Innenstadt, um gegen 15 Uhr am Berliner Platz zu enden.
Ausgedacht haben sich die insgesamt neun Raum-Choreographien Studenten der Stadtplanung, Architektur und Prozessarchitektur unter der Leitung der Professoren Florian Kluge und Willem-Jan Beeren vom Fachbereich Architektur der Alanus Hochschule Alfter sowie Ulrich Berding vom Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung der RWTH Aachen.
Anlass von SPACEmaker! ist die AKTION_BAUKULTUR, die bundesweit am 16. und 17. Juni 2012 in zwölf Städten stattfindet. In diesem Rahmen sind weitere Interventionen unter anderem in Berlin, Dresden, Hamburg, Hannover und München zu sehen. Künstler machen damit auf Schwachpunkte in der Verkehrsplanung ihrer Stadt aufmerksam. Wartezeiten, Lärm, Sicherheitsrisiken – oftmals sind öffentliche Verkehrsräume „No-Go-Areas“ – die man, wenn man nicht muss, auch nicht passiert. Die Bundesstiftung Baukultur unterstützt die Interventionen und wirbt damit für eine bessere Verkehrsplanung in Deutschland. „Die Gestaltung von Verkehrsräumen wird oft sträflich vernachlässigt. Zu selten setzen wir uns damit auseinander, wie sich Komfort und Ästhetik mit Verkehrsplanung verbinden lassen“, erklärt Michael Braum, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur.

STATTVERKEHRSTADT in Hamburg


Die Interventionen sind der Auftakt zum Konvent der Baukultur 2012, der am 17. und 18. Juni unter dem Motto STATTVERKEHRSTADT in Hamburg stattfindet. Der erste Tag ist mit Stadtspaziergängen – so genannten baukulTouren – entlang der Verkehrsbrennpunkte der Hansestadt der Öffentlichkeit gewidmet. Am Plenartag, dem 18. Juni, versammeln sich rund 350 Berufene – Bauherren, Planer, Architekten, Ingenieure und politisch Verantwortliche – und diskutieren über die Vereinbarkeit von Baukultur und Mobilität. Der Konvent schließt mit der Verabschiedung des Hamburger Appells für Verkehrsbaukultur, der konkrete Empfehlungen ausspricht.