International Office der RWTH unterstützt beim Spracherwerb

13.12.2010

An der RWTH arbeiten zahlreiche ausländische Nachwuchswissenschaftler. Viele von ihnen kommen nicht allein nach Aachen, sondern werden von ihren Lebensgefährtinnen oder Lebensgefährten begleitet. Es sind immer noch überwiegend Männer, die zur beruflichen Weiterbildung und Karriereförderung an die Aachener Hochschule kommen.

 

Wer seinen Partner in ein fremdes Land begleitet, wird mit einer neuen Lebenssituation konfrontiert, ist erst einmal Fremder in einem fremden Land. Kaum jemand ist mit der Sprache vertraut, soziale Kontakte fehlen. Das International Office der RWTH setzt genau hier an: Ein Deutschkurs für Partnerinnen von ausländischen Wissenschaftlern und Doktoranden soll helfen, die Sprache zu vermitteln, aber auch soziale Kontakte zu knüpfen. Weil die Frauen alle in einem ähnlichen Alter und ähnlichen Lebenssituationen sind, gibt es viele Berührungspunkte.

Es gehe nicht nur um den Spracherwerb, sondern der Kurs verstehe sich auch als Kultur-vermittler, erklärt Miriam Rose, die den Kurs für das International Office der RWTH organisiert. Der Sprachkurs hat erstmals zum Wintersemester 2008/2009 mit etwa sechs bis sieben Frauen begonnen, die Zahl ist seitdem kontinuierlich auf etwa 15 Teilnehmerinnen pro Semester gestiegen; mittlerweile gibt es auch eigens organisierte Fortgeschrittenenkurse. Das Eltern-Service-Büro bietet eine Kinderbetreuung während der Kurszeiten an, die meist von fünf bis sechs Kleinkindern genutzt wird.

Zu Beginn des Unterrichts schätzt Deutschlehrerin Beate Schödder, Mitarbeiterin des Sprachenzentrums der RWTH, mithilfe eines Einstufungstests die individuellen Kenntnisse ihrer Schülerinnen ein. Die meisten seien jedoch Anfängerinnen, weiß Miriam Rose aus Erfahrung. Dennoch zeigen die drei intensiven Lernstunden pro Woche schnell Wirkung, die Frauen können oft schon nach einigen Wochen auf Deutsch kommunizieren. Der positive Nebeneffekt: „Hier entstehen Freundschaften, die über manche anfängliche Einsamkeit hinweg helfen“, so Rose.

Die Frauen kommen aus der ganzen Welt: eine Herausforderung, Teilnehmerinnen aus Japan, China, Indien, Polen, Griechenland, USA, Pakistan, Vietnam, aus dem Sudan oder aus den Jemen gemeinsam die deutsche Sprache zu vermitteln. „Die Damen unterstützen sich gegenseitig beim Lernen. Das Klima unter den Teilnehmerinnen ist sehr gut, eben multi-kulturell und lebendig“, resümiert Miriam Rose.

Bildtext: Deutschlehrerin Beate Schödder (rechts) unterrichtet an der RWTH Frauen unterschiedlicher Nationalitäten. Foto: RWTH Aachen

i.A. Gabriele Renner

Stand: 12/2010