Machtwechsel in China

02.07.2012

Im Rahmen der Leonardo Lecture 2012 referiert Prof. Helwig Schmidt-Glintzer zum Thema „Machtwechsel in China – ein Gegenwartsproblem in historischer Perspektive“. Der Vortrag beginnt am Donnerstag, 5. Juli 2012, um 18.00 Uhr im Hörsaal AH V, Ahornstraße 44 in Aachen. Die Veranstaltung ist Teil des 2008 begründeten Projektes Leonardo, das - im Sinne des RWTH-Zukunftskonzeptes „Meeting Global Challenges“ - die großen Fragen unserer Zeit aufnimmt und an die Studierenden aller Fachrichtungen zu vermitteln sucht. Die Leonardo-Lecture 2012 ist dem im Herbst bevorstehenden Machtwechsel in China gewidmet. Auf dem anstehenden Parteikongress werden ein neuer Parteichef bestimmt und die wichtigsten Gremien der Partei neu besetzt. Ein öffentlich gewordener Richtungsstreit zwischen den Reformern und den „Linken“ deutet an, worum es bei diesem Machtwechsel geht: um eine Bevorzugung der Privat- vor der Staatswirtschaft, um eine kontrollierte Reformpolitik vor einer maoistischen Renaissance.

 

China ist ein Land im Umbruch. Wie wird China in wenigen Jahrzehnten aussehen? Können wir aus der Kenntnis der zahlreichen Macht-, Herrscher- und Dynastiewechsel in Chinas Vergangenheit etwas ableiten? Oder muss der bevorstehende Machtwechsel in Chinas Partei- und Staatsführung nicht doch vor allem im Lichte der im Westen entwickelten und überaus erfolgreichen Theorien der Moderne verstanden werden, an denen sich Chinas Elite seit dem Ende des Kaiserreiches orientiert und mit deren Hilfe es sich neu zu erfinden trachtet. Wird also China demokratisch, wird es seine Bürger gegen Willkür schützen? Ist China auf dem Weg zu einem Rechtsstaat? Wird China zur Weltmacht von morgen? Oder muss man nicht doch einen baldigen Kollaps befürchten? Diese Fragen behandelt der Chinaexperte Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Schmidt-Glintzer hatte von 1981 bis 1993 den Lehrstuhl für „Ostasiatische Kultur- und Sprachwissenschaft!“ an der LMU München inne, bevor er im Anschluss daran an die Universität Göttingen wechselte. Er ist Fachmann für die Geschichte Chinas und beobachtet die gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Prozesse in China.

Interessierte sind herzlich eingeladen!