Wissenschaftler des IceCube-Experiments treffen sich in Aachen

27.09.2012

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Vom 1. bis 5. Oktober 2012 treffen sich rund 200 Wissenschaftler aus acht Ländern zum Internationalen Kollaborationsmeeting des IceCube-Experimentes in Aachen. Am Montag, 1. Oktober 2012, wird die Konferenz um 19.00 Uhr durch RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg und Prof. Dr. Greg Sullivan, Sprecher des Experimentes, offiziell eröffnet.

 

Das IceCube-Observatorium liegt unter der amerikanischen Amundsen-Scott-Station am geographischen Südpol. Nach knapp sechs Jahren Bauzeit und einem Jahrzehnt Vorbereitung wurde es im Dezember 2011 fertiggestellt. Der größte Teilchendetektor der Welt besteht aus einem Kubikkilometer Eis, der mit höchstempfindlichen Lichtsensoren durchsetzt ist. Sie fangen die Spuren von Neutrinos aus dem Weltall auf, um so Informationen über weit entfernte Galaxien zu erhalten. Für den Bau schmolzen Wissenschaftler 86 über zweieinhalb Kilometer tiefe Bohrlöcher ins Eis und brachten dort Kabeltrossen mit jeweils 60 Glaskugeln ein. Die Kugeln umschließen hochempfindliche Lichtsensoren, die das schwache bläuliche Leuchten auffangen, das bei Neutrinoreaktionen entsteht. Nach dem Einbringen der Sensoren frieren die Löcher wieder zu, was die Technik unbeschadet übersteht. Die dann gemessenen Signale werden in der Zentralstation aufbereitetet und weltweit über Satellit an die Forschungsinstitute zur Analyse gesendet.

Das Projekt in der Antarktis wird von einem internationalen Konsortium aus 36 Forschungsinstitutionen mit 260 Wissenschaftlern aus acht Ländern betrieben. Die Leitung hat die National Science Foundation in den USA inne, die mit 279 Millionen Dollar den größten Teil der Baukosten übernommen hat. Den Beitrag der insgesamt neun deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen finanzierten das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie die beteiligten Universitäten, die ihre Grundausstattungen zur Verfügung stellten. Seitens der RWTH Aachen ist das Lehr-und Forschungsgebiet Experimentalphysik unter Leitung von Univ.-Prof. Dr.rer.nat. Christopher Wiebusch beteiligt.