eMoVe – Elektromobilität bewegt Aachen

21.02.2013

Mit dem vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen geleiteten Projekt eMoVe ist die Region Aachen erneut Teil der vom Bund geförderten Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr. Ziel des Projektes mit einem Gesamtvolumen von rund 2 Mio. € und einem Fördervolumen von rund 1,4 Mio. € durch den Bund ist die Schaffung von Rahmenbedingungen für einen elektromobilen Mobilitätsverbund (eMoVe) in der Region. Hier-für werden Geschäftsmodelle und Prozesse entwickelt und erprobt, weitere Elektrofahrzeuge in Fahrzeugflotten integriert, Elektromobilitätsstationen errichtet und Elektromobilitätsbausteine für kommunale Planungsprozesse erarbeitet. Das Projekt bezieht mit dem Verkehrsentwicklungsplan Aachen und dem Bauvorhaben Richtericher Dell auch aktuelle Vor-haben der Verkehrs- und Stadtentwicklung in Aachen mit ein. Bis Juni 2015 wollen die Projektpartner das Zukunftsthema Elektromobilität gemeinsam weiterentwickeln und in der Region verankern. Als Projektpartner sind das Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen, die Stadt Aachen, die ASEAG, der AVV, der Car-Sharing-Anbieter cambio Aachen, die Mobilitätsberatung EcoLibro, die Fachhochschule Aachen, die Marketingberatung Probst & Consorten sowie die STAWAG beteiligt. Die Konsoltialführung des Projekts liegt beim Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen.

 

Förderung durch den Bund

Die Bundesregierung fördert umfassende Demonstrationsvorhaben der Elektromobilität in Deutschland. Die Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr wird seit 2009 durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Rahmen des Bundesprogramms »Elektromobilität in Modellregionen« gefördert. Koordiniert werden die Modellregionen Elektromobilität von der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Rund 68% der Kosten des Projekts eMoVe von fast 2 Mio. € werden vom Bundesministerium übernommen.

Einbindung von Elektromobilität in kommunale Planungsprozesse

Insgesamt vier Projektbausteine sind vorgesehen. Die Einbindung von Elektromobilität in kommunale Planungsprozesse bildet den ersten Projektbaustein. Konkret soll ein Baustein „Elektromobilität“ für Verkehrsentwicklungspläne erarbeitet werden, um die organisatorischen und planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine weitere Verbreitung der Elektromobilität zu verbessern. Dieser soll in den neuen Aachener Verkehrsentwicklungsplan integriert werden und so gestaltet sein, dass er auf andere Städte übertragbar ist. Außerdem wird für das in Planung befindliche Wohngebiet „Richtericher Dell“ in der Stadt Aachen ein 100%-E-Mobilitätsszenario entwickelt. Daraus werden auch auf andere Gebiete über-tragbare Vorgaben für Bauleitplanung und Erschließung abgeleitet.

Integration von Mobilitätsangeboten

Zur Schaffung eines elektromobilen Mobilitätsverbunds sind in einem weiteren Projektbaustein ÖPNV-Angebot, E-Car-Sharing-Angebote, Pedelecverleihsysteme, E-Lieferdienste und E-Taxen bezüglich Tarif, Auskunft und Vertrieb zu integrieren. Dafür werden in eMoVe verschiedene Modelle auf ihre grundsätzliche Anwendbarkeit in Aachen sowie ihre Übertragbarkeit auch auf andere Regionen untersucht. Darüber hinaus werden Nutzerbedürfnisse und Zahlungsbereitschaft in der spezifischen Situation empirisch untersucht. Tarifliche Lösungen für Mobilitätspakete, die mit bestehenden technischen Lösungen umgesetzt werden können, werden praktisch erprobt und ihre Wirkungen werden evaluiert.

Einführung von Elektrofahrzeugen in Fahrzeugflotten

Im Rahmen des dritten Projektbausteins wird in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen ein Beratungsangebot konzipiert, das Unterstützung bei der Einführung von E-Fahrzeugen in Fuhrparks bietet. Basierend darauf werden Einführungsstrategien für Referenzanwender wie kommunale Betriebe, Taxiunternehmen, Lieferdienste und Car-Sharing-Anbieter entwickelt. Im Rahmen von Workshops für Unternehmen werden praktische Hilfestellungen bei der Einführung angeboten. Darüber hinaus besteht in einem begrenzten Rahmen die Möglichkeit für besonders interessierte Unternehmen, Einzelberatung durchführen zu lassen.

Entwicklung von Mobilitätsstationen als Verknüpfungspunkte

Basierend auf den Ergebnissen von „E-Aix“ werden stadtverträglich gestaltete E-Mobilitätsstationen entwickelt (Design, Bau, Finanzierung). Prototypen mit ortsangepasster Dimensionierung werden an vier Stellen aufgebaut. Angestrebt wird ein modularer Grundaufbau, variabel und skalierbar mit funktionaler und gestalterischer Konsistenz. Den Anforderungen der Aufstellstandorte (Umfeld-Parameter) ist Rechnung zu tragen.

Das Projekt E-Aix

Bereits zwischen März 2010 und Oktober 2011 wurden Untersuchungen zur Einführung von Elektromobilität in der Region Aachen vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung gefördert. Schon damals war die Region Aachen damit Teil der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr. Im Projekt E-Aix wurden die Auswirkungen von Elektromobilität auf Energienetze, das regionale Verkehrsgeschehen und städtische Infrastrukturen untersucht. Elektrische Nutzfahrzeuge wurden in den städtischen Fuhrpark integriert und ein Pedelecverleihsystem aufgebaut.

Die Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr

Eingebettet ist das Projekt eMoVe in die Modellregion Rhein-Ruhr. Diese umfasste in einer ersten Phase von Mitte 2009 bis Ende 2011, Projekte an Rhein und Ruhr, die das gesamte Spektrum der Elektromobilität abdeckten. Insgesamt kamen rund 200 Fahrzeuge, darunter Pkw, Busse, Nutzfahrzeuge, Scooter und Pedelecs, zum Einsatz. Dazu wurde eine projektbezogene Ladeinfrastruktur geschaffen, die aus über 530 Ladepunkten besteht. Seit Anfang 2012 läuft die zweite Phase des Modellregionenprogramms. Sie baut auf den Erkenntnissen der ersten Phase auf und hat eine Laufzeit bis Mitte 2015. Bis zum Jahre 2015 kommen im Rahmen von 11 Projekten 450 Fahrzeuge in Deutschlands größter Metropolregion zum Einsatz. Es werden weitere 400 Ladepunkte installiert. In Aachen wurde mit den Arbeiten am Projekt eMoVe im Dezember 2012 begonnen. Im Februar 2013 fand das Auftakttreffen statt. Bis Juni 2015 haben die Projektpartner Zeit, die Entwicklung der Elektromobilität in und für Aachen weiter voranzutreiben.