Professor Dieter Enders wird neuer Karl-Ziegler-Gastprofessor

06.05.2013
Prof. Dr. Dieter Enders und eine Studentin im Labor Urheberrecht: Peter Winandy

Prof. Dr. Dieter Enders, Professor für Organische Chemie an der RWTH Aachen, wird mit der Karl-Ziegler-Gastprofessur des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung ausgezeichnet. Dieter Enders wird in der Zeit vom 14. Mai bis 16. Mai das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr besuchen, dort mehrere Vorträge halten sowie den Studenten vor Ort und den anderen Wissenschaftlern die Möglichkeit zum Austausch bieten.  

 

Mit der Gastprofessur ehren die Kohlenforscher Enders’ herausragende Arbeiten im Bereich der asymmetrischen Synthese und Katalyse. Der Wissenschaftler, der an der Universität Gießen studiert und dort auch promoviert hat, ist bereits seit 1985 Professor in Aachen. Zuvor hatte er fünf Jahre in Bonn gelehrt. Seit 2008 ist er Mitglied im Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Die aktuellen Forschungsgebiete von Professor Dieter Enders und seinen rund 30 Mitarbeitern konzentrieren sich auf das generelle Gebiet der Organischen Synthese. Wichtig ist für ihn auch die Anwendbarkeit seiner Erkenntnisse in der Synthese von Natur- und Wirkstoffen für Medizin. „Die Entwicklung neuer, ursächlich wirkender Medikamente ist eine der großen Herausforderungen der Chemie unserer Zeit“, sagt Enders. Für seine Leistungen ist der Wissenschaftler schon vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Max-Planck-Forschungspreis für Chemie.

Enders, der ein Faible für Fußball („Von der Champions League bis zur Kreisklasse C“) und für französische Chansons hat, verbringt seine Zeit gerne mit ausgedehnten Wanderungen gemeinsam mit seiner Ehefrau. Und auch wenn er viel Tennis spielt, gilt seine Leidenschaft doch der Chemie. Hier könne man, im Gegensatz zu vielen anderen Wissenschaften, seine Forschungsgebiete selbst erfinden. Um diese Wissenschaft erfolgreich ausführen zu können, wünscht der Professor jungen Chemikern „Begeisterung für den Beruf, bedingungsloses Engagement und Durchhaltevermögen bei auftretenden Problemen“.

Die Karl-Ziegler-Gastprofessur ist nach dem Chemiker und Nobelpreisträger Karl Ziegler benannt. Ziegler war auch begeisterter Kunstsammler sowie Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung. Er wäre am 26. November 1978 80 Jahre alt geworden. Um das Andenken an den Ausnahmewissenschaftler zu bewahren, haben an diesem Tag seine Frau Maria und seine Tochter, Dr. Marianne Witte, eine Stiftung ins Leben gerufen, damit Wissenschaftler aus der ganzen Welt Gastvorträge an der Wirkungsstätte Zieglers halten können. Mehr als 20 Forscher haben das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung seitdem als Karl-Ziegler-Gastprofessor besucht.