Physik verstehen!

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Öffentliche Physikvorlesungen für interessierte Laien

Für die Vortragsreihe „Physik verstehen!“ werden keine speziellen Physikkenntnisse vorausgesetzt. Bei einigen Veranstaltungen werden auch physikalische Experimente durchgeführt.

Die Moderation der Diskurse übernehmen Professor Christopher Wiebusch und Professor Christoph Stampfer.

Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wann? immer samstags
Wo? Hörsaal H03, C.A.R.L., Claßenstraße 11
Uhrzeit 11 bis 12.30 Uhr
 

Samstag, 2. November 2019, 11 Uhr

Struktur, Zusammensetzung, Funktion: Der Blick bis in subatomare Details mittels Elektronenmikroskopie

Professor Knut Müller-Caspary, moreSTEM group leader, Ernst-Ruska-Centre, Forschungszentrum Jülich

Dank der enormen Weiterentwicklung in den letzten 20 Jahren hat die Elektronenmikroskopie die Schwelle zum Blick ins Innere von Atomen überschritten. Modernste Instrumente, wie sie am gemeinsam von der RWTH und dem Forschungszentrum Jülich betriebenen Ernst Ruska-Zentrum installiert sind, erreichen heutzutage eine Auflösung von unter 50 Pikometern, das heißt weniger als 50 Milliardstel Millimeter.

Der Vortrag beginnt mit einer kompakten Entwicklungsgeschichte der Elektronenmikroskopie seit den 1930er Jahren und widmet sich danach dem Funktionsprinzip moderner Elektronenoptik. Anschließend wird der Fokus auf neueste Ergebnisse aus dem Spektrum der am Ernst Ruska-Zentrum stattfindenden Forschung gerichtet, so zum Beispiel die bis in drei Dimensionen atomar auflösende Charakterisierung von Bauelementen der Nanotechnologie, die zeitaufgelöste Verfolgung atomarer Umordnungen in Nanodrähten, der Spektroskopie mit Elektronen und Röntgenstrahlen im Elektronenmikroskop sowie der Vermessung subatomarer elektrischer Felder und Ladungsdichten.

Diese Vielseitigkeit, kombiniert mit neuartigen Detektoren, die heutzutage viele Tausend Bilder pro Sekunde liefern, stellt die Elektronenmikroskopie und ihre Methoden derzeit vor Herausforderungen und Chancen, die abschließend unter dem Aspekt der Multidimensionalität erläutert und ausblickend skizziert werden.

 

Samstag, 16. November 2019, 11 Uhr

Gravitationswellen – Nachrichten vom gewaltsamen Tod ferner Sterne

Prof. Achim Stahl, III. Physikalisches Institut B, RWTH Aachen

Im Jahre 2015 gelang mit den beiden amerikanischen LIGOTeleskopen erstmals der Nachweis von Gravitationswellen, die von der Kollision zweier schwarzer Löcher ausgesendet wurden. Nun wird in Europa ein noch größeres und noch empfindlicheres Teleskop geplant in der Hoffnung, noch viel weiter ins Universum hineinblicken zu können. Dieses sogenannte Einsteinteleskop könnte in der Region Südlimburg zwischen Aachen, Lüttich und Maastricht gebaut werden, da die geologischen Voraussetzungen hier besonders geeignet sind. Im Vortrag wird das Projekt vorgestellt und aufgezeigt, was die Physik sich an neuen Erkenntnissen daraus verspricht.

 

Samstag, 23. November 2019, 11 Uhr

Was gibt‘s Neues vom CERN? Erkenntnisse aus dem weltweit größten Labor für Teilchenphysik

Prof. Dr. Lutz Feld, I. Physikalisches Institut B, RWTH Aachen

Am europäischen Labor für Teilchenphysik CERN erforschen rund 18.000 Physiker und Ingenieure aus 85 Nationen die fundamentalen Bausteine der Materie. Die Entdeckung des Higgs-Teilchens am Large Hadron Collider war ein großartiger Erfolg, der ein neues Kapitel der Teilchenphysik eröffnet hat. Aber am CERN gibt es noch viel mehr zu entdecken. Zum Beispiel wie sich Atome aus Antimaterie verhalten, was Elementarteilchen mit der Bildung von Wolken zu tun haben, oder wie man es überhaupt schafft, die weltweite Zusammenarbeit der Teilchenphysiker zu organisieren. Der Vortrag stellt aktuelle Entwicklungen am CERN dar und wirft auch einen Blick auf mögliche zukünftige Projekte.