Deutsch-Indischer Wissensaustausch

22.11.2019

Anlässlich eines Workshops zum Thema „Urban Resilience“ bei Küsten- und Flussüberschwemmungen sowie anderen Extremereignissen des Indo-German Centre for Sustainability (IGCS) besuchte eine 14-köpfige RWTH-Delegation, begleitet von Wissenschaftlern des ABCJ-Geoverbunds, ihre indische Partnerhochschule in Chennai.

 

ICGS ist eine Kooperation der RWTH Aachen und des Indian Institute of Technology Madras (IIT Madras). Geleitet wird sie auf deutscher Seite von RWTH-Professor Klaus Reicherter, Fachgruppe für Geowissenschaften und Geographie, in Zusammenarbeit mit dem International Office der Hochschule. Die Workshop-Reihe „Urban Resilience“ wurde vom IGCS organisiert und größtenteils finanziert. Diese Förderung dient dem interdisziplinären Austausch zu Nachhaltigkeitsthemen in Forschung und Lehre zwischen Indien und Deutschland. Unterstützt wird das IGCS durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Masterstudierende und Wissenschaftler können sich für DAAD-geförderte Stipendien selbstorganisierter Forschungsaufenthalte am IIT Madras bewerben.

Im Fokus standen die Auswirkungen von Küsten- und Flussüberschwemmungen auf Megacities und Siedlungen im küstennahen Flachland. Derzeit leben mehr als 1,5 Milliarden Menschen in einem Umkreis von 100 Kilometern um die Küstenzonen der Erde, insbesondere in tropischen und subtropischen Regionen. Diese Zahl wächst aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Attraktivität weiter an. Zukunftsszenarien des Klimawandels deuten auf eine steigende Häufigkeit extremer Wetter- und Klimaereignisse hin. Dies bedeutet eine erhebliche Anfälligkeit der Küstenstädte gegenüber veränderten Klimabedingungen. Dazu gehört eine Intensivierung saisonaler Niederschläge, die in den letzten Jahren regelmäßig zu schweren Überschwemmungen in Indien führten. Zudem ist die indische Westküste anfällig für durch Erdbeben ausgelöste Tsunamis.

Neben den zerstörerischen Effekten von Flutereignissen kann die weit verbreitete anthropogene Kontamination von Küstengebieten mit Fetten, Ölen, Insektiziden, Pestiziden oder multiresistenten Keimen die Küstenökosysteme ernsthaft und langfristig beeinträchtigen.

Der zweite indisch-deutsche Workshop beschäftigte sich deshalb mit dem Wissensaustausch und der Untersuchung von Küstengefahren einschließlich der Verbreitung toxischer Schadstoffe und deren Auswirkungen auf die städtische Resilienz und humane Gesundheit. Ziel war, Kenntnisse in geowissenschaftlichen und (geo-)chemischen Fragen, Ingenieurswesen, Wasserwirtschaft und ökotoxikologischen Aspekten in Verbindung mit kulturellem Eigentum und Landnutzung auszutauschen.

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