44. Internationales Wasserbau-Symposium Aachen (IWASA)

07.01.2014

Jahrzehntelang wurde am Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft (IWW) der RWTH Aachen University die Notwendigkeit einer neuen Wasserbauhalle diskutiert. Trotz zahlreicher Anläufe war es aufgrund der äußeren Randbedingungen nicht möglich, den Wunsch des Instituts nach einer adäquaten Unterbringung zu realisieren, während die alte Wasserbauhalle zunehmend verfiel. Dies führte dazu, dass das IWW über eine der kleinsten und ältesten Wasserbauhallen in Deutschland mit einer Grundfläche von 750 m² verfügte. Trotz fehlender Hallenfläche, einer zu geringen Pumpenleistung von lediglich 400 l/s und eines nicht vorhandenen Portalkrans war es dennoch möglich, jahrzehntelang hervorragende experimentelle Untersuchungen durchzuführen.

 

Aufgrund günstiger Konstellationen gelang es, das Projekt „Hallenneubau“ vor ca. 3 Jahren erneut in Angriff zu nehmen. Zwar glaubte in Aachen niemand aufgrund der bisherigen Erfahrungen an einen Erfolg des Dauerprojekts „Bau einer neuen Wasserbauhalle“, doch diesmal lief alles glatt. Ein Baugrundstück in unmittelbarer Nähe des Bauingenieurgebäudes stand zur Verfügung, die bisherigen Mieter der baufälligen Gebäude konnten umgesiedelt werden, die Finanzierung passte und auch das technische Gesamtkonzept war attraktiv.

Inzwischen hat das IWW ein neues Institutsgebäude mit angeschlossener Versuchshalle fertiggestellt. Auf diese Weise konnte auch die jahrzehntelange Trennung in zwei Standorte überwunden werden. Die Fläche der neuen Halle umfasst ca. 2200 m². Die gesamte installierte Pumpenleistung wird bei ca. 1800 l/s liegen und auch ein Portalkran steht endlich zur Verfügung. Aber auch andere Parameter wurden den Anforderungen an moderne Wasserbauhallen angepasst wie z. B. die Größe des Tiefbehälters, die Höhe der Versuchshalle und des Hochbehälters, die Flächen von Klimakammer und Werkstätten, die IT-Ausstattung und vieles mehr.

Die neuen experimentellen Randbedingungen erlauben dem Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft eine umfassende Bearbeitung vielfältiger inter- und transdisziplinärer Fragestellungen rund um das Thema Wasser. Der Neubau der Wasserbauhalle ist, nach vielen Jahrzehnten Vorbereitung, Grund genug, das 44. IWASA am 9. und 10. Januar 2014 der „Neuen Wasserbauhalle“, dem wasserbaulichen Versuchswesen aber auch anderen wasserbaulichen Methoden zu widmen.

Im ersten Themenblock unter dem Obertitel „Die Neue Wasserbauhalle des IWW“ sollen die Entwicklung des Wasserbaulichen Versuchswesens, Vor- und Nachteile wasserbaulicher Methoden sowie die Neue Wasserbauhalle dargestellt werden.

Im zweiten Veranstaltungsblock unter dem Titel „Messen und Analysieren“ werden innovative Methoden der Vermessung von Gewässern sowie der Ermittlung wichtiger Eingangsdaten für wasserbauliche Modellversuche und numerische Modelle vorgestellt.

Schwerpunkt des dritten Themenblocks sind dann die Möglichkeiten von wasserbaulichen Modellversuchen. In diesem Zusammenhang werden innovative Verfahren aus verschiedenen Bereichen des Wasserbaus gezeigt.

Im vierten Themenblock werden dann neue numerische Verfahren aus verschiedenen Bereichen des

Wasserbaus und der Wasserwirtschaft gezeigt, um abschließend im fünften Themenblock die Möglichkeiten der hybriden Modelle zu zeigen.

Die fünf Vortragsblöcke mit den Titeln:

  • Die Neue Wasserbauhalle des IWW
  • Messen und Analysieren
  • Wasserbauliche Modellversuche
  • Numerische Verfahren
  • Hybride Modelle

behandeln wissenschaftliche Ansätze und Methoden aber auch ausgewählte Praxisprojekte zum Thema.

Das vom IWW organisierte IWASA hat sich im Laufe der Jahrzehnte als von Fachkreisen immer wieder gerne genutzter Treff- und Informationspunkt etabliert. Es richtet sich vor allem an Bauingenieurinnen und Bauingenieure aus den Bereichen Wasserbau und Wasserwirtschaft, steht aber grundsätzlich allen Interessierten offen. Die Aktualität und Relevanz des gewählten Themas lässt wieder rund 400 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwarten. Im Foyer wird Firmen die Möglichkeit zur Präsentation gegeben. So ist ein weiterer Einblick in den aktuellen Stand des Wasserbaus und der Wasserwirtschaft möglich, der nicht nur auf das Thema des Symposiums beschränkt bleibt. Ort der Veranstaltung ist das Technologiezentrum am Europaplatz Aachen (AGIT). Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei. Dies wird unter anderem durch die freundliche Unterstützung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, proRWTH und des Fördervereins des IWW ermöglicht