RWTH-Wissenschaftler forschen zur Vielfalt des Bodens

06.03.2014

RWTH-Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Umweltbiologie und Chemodynamik arbeiten im Rahmen des Projekts GBIF-Edaphobase: Informationssystem, Daten-Repositorium, Daten-Infrastruktur und Service-Plattform für die Bodenzoologie zur Biodiversität des Bodens.

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Das Bundesministerim für Bildung und Forschung finanziert die Arbeiten für die Dauer von vier Jahren mit 540.000 Euro. Weitere Projektpartner sind das Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz, das Staatliche Museum für Naturkunde in Karlsruhe, die ECT Oekotoxikologie GmbH in Flörsheim am Main, der Botanische Garten und das Botanische Museum der Freien Universität Berlin sowie gaiac – Forschungsinstitut für Ökosystemanalyse und -bewertung e.V. an der RWTH Aachen.

Vielfältige Organismen

Der Boden ist hinsichtlich seiner Artenvielfalt mit tropischen Regenwäldern und Korallenriffen vergleichbar: Vielfältige Organismengemeinschaften sind in sehr komplexen Nahrungsnetzen organisiert. Bodenbildung und -entwicklung sind von der Existenz und den Aktivitäten dieser vielfältigen Gemeinschaft von Bodenorganismen abhängig. Sie beeinflussen Funktionen wie Bodenfruchtbarkeit oder Regulation des Klimas und liefern damit einen erheblichen Beitrag zu den ökosystemaren Leistungen des Bodens. Trotz dieser hohen Wertigkeit ist die strukturelle und funktionelle Diversität der Bodenorganismen bisher nur unzureichend geschützt.

Basis der künftigen wissenschaftlichen Arbeit ist das im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz entwickelte Informationssystem „Edaphobase“. Dieses fasst Daten zur Bodenbiodiversität in großer Zahl zusammen und macht sie für verschiedene Auswertungsverfahren nutzbar. Das Informationssystem soll nun zu einem Beurteilungsinstrument für Daten in Deutschland ausgebaut und mit den nationalen Biodiversitätsinitiativen und -institutionen vernetzt werden. Edaphobase ist damit auch im globalen Maßstab ein Pilotprojekt zur Beurteilung der Auswirkungen unterschiedlicher Stressoren auf die Umwelt.

Modelle entwickeln

Ziel der Aachener ist, Modelle zu Lebensgemeinschaften, Prozessen und Abhängigkeiten von Umweltfaktoren im komplexen Bodenökosystem zu entwickeln. Sie wollen daraus Wirkungshypothesen ableiten und diese statistisch testen. Die Anforderungen der nationalen Biodiversitätsstrategie sollen so in die Praxis umgesetzt und mit der Bodenfunktion verknüpft werden. Die Zusammenarbeit mit Landes- und Bundesbehörden wird zudem die Bodenbiodiversität als Untersuchungsgegenstand stärken.