Der kosmischen Strahlung auf der Spur

20.03.2014

Jedes Jahr zeichnet die Deutsche Physikalische Gesellschaft junge Physikerinnen mit dem Hertha-Sponer-Preis aus, die hervorragende wissenschaftliche Arbeit geleistet haben. 2014 erhält Dr. Anne Schukraft die Ehrung für ihre Promotion, die ein erheblich verbessertes Verständnis systematischer Fehlerquellen und eine deutliche Erhöhung der experimentellen Empfindlichkeit von IceCube geliefert hat.

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  Urheberrecht: DPG/Kleinod Dr. Anne Schukraft (Mitte) erhält den Hertha-Sponer-Preis von der Präsidentin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Prof. Dr. Johanna Stachel (rechts), sowie Prof. Dr. Getrud Zwicknagl, Vorstandsmitglied der DPG.

IceCube ist das größte Neutrino-Teleskop der Welt, das am Südpol Spuren von Neutrinos aus dem Weltall auffängt. Der Preis wurde im Rahmen eines Festaktes der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Berlin verliehen.

Lösung des Rätsels in Sicht?

Dr. Schukraft hat in ihrer bisher genauesten Messung von Myon-Neutrinos den Weg zur Entdeckung von hochenergetischen Neutrinos kosmischen Ursprungs bereitet. Dabei handelt es sich um eine der größten Herausforderungen der Astroteilchenphysik. Mit ihrer Entdeckung im IceCube-Experiment wird ein neues Beobachtungsfenster zum Universum geöffnet und möglicherweise kann nun das mehr als 100 Jahre alte Rätsel des Ursprungs der kosmischen Strahlung gelöst werden.

Wissenschaftliche Karriere

Dr. Anne Schukraft studierte Physik an der RWTH Aachen und wurde am Lehr- und Forschungsgebiet Experimentalphysik promoviert. Sie war Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Deutschen Telekom Stiftung. Für ihre herausragenden Leistungen erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Seit Oktober 2014 arbeitet sie als Postdoktorandin am Fermi National Accelerator Laboratory, Warrenville (USA).

Ihren Preisvortrag wird Dr. Schukraft am 25.März 2014 auf der Frühjahrstagung der Sektion Teilchenphysik in Mainz halten. Die Aachener Elementarteilchenphysik ist bei dieser Tagung mit weiteren vier eingeladenen Wissenschaftlern sowie über 90 Kurzvorträgen und Postern durch Studierende prominent vertreten.

Motivation für junge Wissenschaftlerinnen

Der Hertha-Sponer-Preis erinnert an die bedeutende deutsche Physikerin Hertha Sponer (1895 – 1968). Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert und soll vor allem jüngere Wissenschaftlerinnen unterstützen und mehr Frauen für die Physik gewinnen.