Haydn im Original

 

Wie haben die Werke Joseph Haydns zu seinen Lebzeiten geklungen? Dieser Frage sind Professor Wieslaw Woszczyk, von der McGill University, Kanada, der Pianist Tom Beghin und die Produzentin Martha de Francisco nachgegangen. Zusammen haben sie eine der ungewöhnlichsten Gesamteinspielungen der Werke Haydns vorgelegt.

Woszczyk forscht zur Zeit – gefördert durch eine Theodore von Kármán Fellowship – als Gastwissenschaftler an der RWTH Aachen. In seinem Vortrag erklärte in verständlicher Weise, wie das originale Hörerlebnis der Zeit nachgeahmt werden konnte. Für das Projekt wurden sieben historische Instrumente nachgebaut und neun virtuelle Räume geschaffen, deren akustische Architektur präzise bestimmten historischen Räumen nachempfunden wurde. Woszczyk und sein Team konnten so rekonstruieren, wie Haydns Sonaten, Präludien und Capriccios zu ihrer Entstehungszeit geklungen haben mussten.

Die Veranstaltung fand auf Initiative von Professor Michael Vorländer, Leiter des ITA – Institute of Technical Acoustics der RWTH, statt und war eine erstmalige Zusammenarbeit mit HfMT der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Der Vortrag wurde von zwei musikalischen Darbietungen eingerahmt. Den Anfang machten die Sopranistin Maria-Eunju Park und der Direktor der HfMT, Herbert Görtz, am Klavier mit der Arie des Gabriel „Und Gott sprach…Nun beut die Flur das frische Grün“ aus „Die Schöpfung“. Zum Abschluss präsentierte die Pianistin Mai Omine Haydns Sonate 62 F-Dur. Beim anschließenden Sektempfang gab es einen regen Austausch zwischen den Gästen und dem Vortragendem.

„The Virtual Haydn“ ist 2008 bei Naxos als CD/DVD und als Blu-Ray Version erschienen.