RWTH-Studierende planen für Landwirtschaft im Westmünsterland

23.12.2014

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Studierende der Architektur planen in der Regel Brücken, Hochhäuser oder Fabriken. Doch Diplom-Ingenieur Axel Timpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur der RWTH Aachen, organisierte jetzt einen Workshop zum „Zukunftsstall im Westmünsterland“. 21 RWTH-Studierende reisten auf Einladung der Landwirtschaftskammer Borken und der Regionale 2016 hierzu für vier Tage ins Westmünsterland.

 

Die angehenden Architekten trafen sich mit Studierende der Tiermedizinischen Hochschule Hannover, Schülern der Fachschule Agrarwirtschaft Borken und drei Landwirtinnen. Diese öffneten den Studierenden ihre Ställe, damit sie einen Einblick in Puten- und Ferkelmast sowie die Milchproduktion erhalten. Auch ein Hof in den Niederlanden mit einem neuen Stallkonzept wurde besucht. Danach wussten die Studierenden, dass zwölf Grad Lufttemperatur für Kühe optimal sind, Ferkel viel Auslauf brauchen, und man sowohl bei Ferkeln als auch bei Puten sehr auf Hygiene achten muss, damit keine Krankheiten in den Stall eingeschleppt werden.

Bei ihren Entwürfen für einen Stall der Zukunft mussten die Studierenden anschließend viele Aspekte berücksichtigen: Neben Material und Bauweise spielten Hygienestandards, typische Verhaltensweisen der Tiere sowie Energie- und Wasserverbrauch eine Rolle. Nach vier Tagen präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse.

Verschiedene Entwürfe

Im Entwurf für den Ferkelstall „Freischnauze“ wünschen sich die Studierenden vor allem Transparenz für Besucher, eine große Fensterfläche ermöglicht es, ins Innere des Stalls zu blicken.

Beim Entwurf „Schaufensterpute“ wurden die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten des Bauernhofs neu geordnet, um das Infektionsrisiko für die Tiere zu minimieren. Besucher könnten durch Gänge geleitet werden, die außerhalb der Ställe verlaufen, aber einen Einblick in den Stall ermöglichen.

Ein Entwurf für einen Milchkühe-Stall zeichnet sich durch ein mobiles Dach aus. Dieses kann – je nach Jahreszeit und Witterung – geöffnet werden.

„Wir wollten mit dem Workshop eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen angehenden Architekten und Tierärzten erreichen und gleichzeitig ein Umdenken gemeinsam mit den Landwirten einleiten“, so Axel Timpe. Er hofft, dass einige der Ideen der Studierenden in die Praxis umgesetzt werden.

Redaktion: Presse und Öffentlichkeitsarbeit