Rektor als Experte geladen

14.07.2015

In einer öffentlichen Anhörung befasste sich der Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung mit dem Thema "Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und Novellierung des Gesetzes über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft". Als Sachverständiger und Hochschulvertreter war hierzu RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg eingeladen.

 

Der Anhörung lagen ein Gesetzentwurf von Bündnis 90/Die Grünen zur ersten Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, ein Antrag der Linken "Gute Arbeit in der Wissenschaft - Stabile Ausfinanzierung statt Unsicherheiten auf Kosten der Beschäftigten und Wissenschaftszeitvertragsgesetz grunderneuern", der Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2013 der Bundesregierung und die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu "Karrierezielen und -wegen an Universitäten" zugrunde.

Die Sachverständigen äußerten sich zu den gegebenen Bedingungen und zu den wünschenswerten Voraussetzungen für Karriereweg an deutschen Hochschulen. Der RWTH-Rektor betonte, dass dort grundsätzlich die Qualifikation der Studierenden und deren Ausbildung für die Gesellschaft im Vordergrund stehen. Er hielte es aber für notwendig, dass nach dem Masterabschluss die Doktoranden in ihrer Promotionsphase sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden, was heute schon für einen großen Teil ermöglich wurde.

Vor allem technische Universitäten hätten ein großes Interesse an der Schaffung attraktiver Arbeitsplätze für höchstqualifizierte Absolventen der Ingenieur- und Naturwissenschaften, da für diese hervorragende Beschäftigungsbedingungen in der Industrie bestehen. Allerdings habe sich beispielsweise die Haushaltssituation der RWTH hin zu einer heutigen 50-prozentigen Projektfinanzierung entwickelt, was auch die Befristung von Verträgen erfordere.

Aus Sicht der Gesetzgeber müsse daher versucht werden, die Hochschulen imstande zu setzen, dass sie auch aus befristeten Mitteln und Programmen dauerhafte Arbeitsplätze schaffen können. Bei Doktoranden ergebe sich allerdings die Befristung aus ihrem Promotionsvorhaben, für die Förderung derer wissenschaftlicher Karriere danach brauche man die Partner in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in der Gesellschaft. Ideales Beispiel sei für ihn der herausragend promovierte Ingenieur, der zunächst in der Industrie tätig ist und später mit seinem Erfahrungsschatz zurück in die Hochschule berufen wird.

Redaktion: Presse und Kommunikation