250 Kongressteilnehmer aus 37 Ländern zu Gast an der RWTH

28.07.2015

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Lehrstuhl der Philosophischen Fakultät organisiert Austausch über Untersuchungen, wie sprachliche Verständigung wirklich funktioniert. Rund 250 Teilnehmende aus 37 Ländern aller Kontinente sind in dieser Woche Gäste des Lehrstuhls für Anglistische Sprachwissenschaft der RWTH Aachen.

  Der 42. International Systemic Functional Congress in Aachen Urheberrecht: Andreas Schmitter Anglistin Stella Neumann, Prorektor Aloys Krieg und Dekanin Christine Roll eröffneten einen internationalen Kongress im Kármán-Foum der RWTH.

Grenzen in Frage stellen, sich von Begrenzungen herausfordern lassen, Ränder analysieren - die Themen passen zur Lage Aachens im mehrsprachigen Dreiländereck. Der 42. International Systemic Functional Congress - kurz ISFC genannt - tagt vom 27. bis 31. Juli 2015 in Aachen und damit erstmals in Deutschland.

Unter dem Titel „Challenging Boundaries“ wird Sprache nicht durch die Brille von Grammatikregeln, sondern ihr tatsächlicher Gebrauch betrachtet: Der ISFC sieht rund um funktional-systemische Fragen fünf Plenarvorträge und 186 Einzelvorträge von profilierten internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor. „Sprache systemisch-funktional zu untersuchen, ist faszinierend, weil es uns ein reichhaltiges und ganzheitliches Bild davon gibt, wie sprachliche Verständigung wirklich funktioniert. Der Kongress wird das facettenreich beleuchten", betont die RWTH-Anglistikprofessorin Stella Neumann.

Der ISFC – er fand zuletzt 2013 in Guangzhou/China und 2014 in Mendoza/Argentinien statt, 2016 wird er in Indonesien ausgerichtet - wurde am 27. Juli 2015 offiziell von Prorektor Aloys Krieg und der Dekanin der Philosophischen Fakultät, Professorin Christine Roll, eröffnet. Am Montagabend empfing der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp die Kongressteilnehmenden im Krönungssaal des Rathauses.

Konferenzbeiträge befassen sich mit den Grenzen zwischen verschiedenen Sprachen sowie sozialen und regionalen Dialekten, literarischer und nicht-literarischer Sprache, verschiedenen methodischen Herangehensweisen und gesellschaftlich sowie individuell-kognitiv ausgerichteten Ansätzen. Schließlich greift der Kongress auch Grenzen zwischen verschiedenen sprachwissenschaftlichen Schulen auf.

Sprachgebrauch im Diskurs oder bei der OP

Systemisch-funktionale Linguistik (SFL) ist eine sprachwissenschaftliche Schule, die die Rolle der Sprachverwendung und somit funktionale Aspekte in den Mittelpunkt rückt. Deshalb wird vorrangig untersucht, wie Menschen Sprache als Mittel zum Ausdruck von Bedeutung verwenden. Die Forschung ist sehr anwendungsnah. Viele Beiträge des ISFC betreffen die Sprachlehrforschung, aber auch die Art und Weise, wie Sprachgebrauch die soziale Dynamik einer Gruppe von Sprechern beispielsweise in der Entwicklung einer wissenschaftlichen Disziplin, im Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, im politischen Diskurs oder in Hochrisikosituationen wie einer OP widerspiegelt.

Der Kongress wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Förderverein proRWTH finanziell unterstützt. Der 42. ISFC überschreitet auch auf eine weitere Art gewohnte Grenzen: Vier der fünf Plenarvortragenden sind Frauen und das Aachener Organisationsteam ist rein weiblich.

Lehrstuhl für Anglistische Sprachwissenschaft

Der Lehrstuhl für Anglistische Sprachwissenschaft besteht aus einem schnell wachsenden, engagierten Forscherteam. Die Forschungsschwerpunkte liegen vor allem im Bereich Übersetzungswissenschaft, dem Verhältnis zwischen sprachlicher Variation und außersprachlichem Kontext sowie dem Lernen einer Zweitsprache. Der Lehrstuhl ist besonders für seine stark computerorientierte Forschung bekannt.

In den vergangenen fünf Jahren nahm er eine dynamische Entwicklung und warb gemeinsam mit Partnern aus Informatik und Maschinenbau Drittmittel im Umfang von 750.000 Euro ein. In diesem Zeitraum wurden fast vierzig wissenschaftliche Bücher und Aufsätze veröffentlicht. Der Lehrstuhl ist aktiv im interdisziplinären Projekthaus HumTec der RWTH und verfügt über ausgedehnte internationale Kontakte.

Redaktion: Presse und Kommunikation