Zu den Ursachen von „Aggression“

09.11.2015

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Ute Habel

Lehr- und Forschungsgebiet Neuropsychologische Geschlechterf

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, richtet in Deutschland vier Internationale Graduiertenkollegs ein, darunter das Kolleg „Neuronale Grundlagen der Modulation von Aggression und Impulsivität im Rahmen von Psychopathologie“ an der RWTH Aachen. Das Kolleg wird ab April 2016 mit etwa vier Millionen Euro zunächst für viereinhalb Jahre gefördert.

 

Ob Krawalle in Fußballstadien, körperliche Gewalt in Familien oder verbales Attackieren in Geschäftsmeetings: aggressives Verhalten hat viele Facetten. Manche Menschen reagieren in bestimmten Situationen sprachlich oder körperlich völlig unangemessen. Dieses Verhalten ist zwar klar erkennbar, die Ursachen dahinter sind jedoch weitgehend unerforscht.

Einfluss auf menschliches Verhalten

Das neue Graduiertenkolleg möchte Erkenntnisse darüber gewinnen, wie unterschiedliche Faktoren wie Umwelt, traumatische Erfahrungen, Persönlichkeit, Geschlecht, Kultur und genetische Faktoren aggressives und impulsives Verhalten bei Menschen beeinflussen. Darüber hinaus sollen mit Hilfe moderner bildgebender Verfahren wie etwa der funktionalen Magnetresonanztomographie, der Positronenemissionstomographie oder der Elektroenzephalographie die neuronalen Netzwerke sowie der Transport von bestimmten Botenstoffen im Gehirn analysiert werden, die für impulsives beziehungsweise aggressives Verhalten mitverantwortlich sind.

„Das Graduiertenkolleg untersucht gemeinsam mit einer der führenden amerikanischen Universitäten, der University of Pennsylvania, ein klinisch und gesellschaftlich hoch relevantes Thema: die neurobiologischen Grundlagen von pathologischer Aggression und Impulsivität. Diese stellen für Therapeuten große Herausforderungen im Behandlungsalltag dar“, erklärt Professorin Dr. Ute Habel. Die RWTH-Professorin für Neuropsychologische Geschlechterforschung und Leiterin der Sektion „Neuropsychologie“ an der Uniklinik RWTH Aachen ist Sprecherin des neuen Graduiertenkollegs.

Interkontinentale Zusammenarbeit

Das international ausgerichtete Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler bietet den teilnehmenden Doktorandinnen und Doktoranden interessante Aufgabenstellungen, die von jeweils einem Supervisor aus der Uniklinik RWTH Aachen und von der University of Pennsylvania, PENN, als Partnerhochschule betreut werden. Mögliche Promotionsthemen sind etwa „Modulation der Aggression durch transkranielle Gleichstromstimulation“, „Interaktion zwischen Stressreaktion, Geschlechtshormonen und Aggression und Kindheit und Adoleszenz“ oder „Chemosensorische Modulation der Aggression“. Darüber hinaus ermöglicht die transatlantische Kooperation den Teilnehmenden mehrmonatige Gastaufenthalte an der PENN sowie einen regelmäßigen wissenschaftlichen Austausch beispielsweise in jährlichen Winter Schools.

Redaktion: Presse und Kommunikation