RWTH Aachen entwickelt im Konsortium digitalen Brückenkurs in Mathematik

31.05.2016

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Aloys Krieg, Prorektor für Lehre an der RWTH Aachen

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Aloys Krieg

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Die TU9, die Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland, hat den unter der Federführung der RWTH und der TU Braunschweig entwickelten Onlinekurs OMB+ anerkannt. Es ist der erste Kurs, der für Mathematikkenntnisse zu Beginn des Studiums deutschlandweit einheitliche Standards setzt.

 

Wer ein naturwissenschaftliches oder technisches Fach studieren möchte, braucht solide Grundkenntnisse in Mathematik. Für einen optimalen Start in das Studium eines der sogenannten WiMINT Fächer – die Ingenieur-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften sowie Informatik und Mathematik – haben die RWTH Aachen und die TU Braunschweig mit zwölf weiteren Universitäten und Fachhochschulen, unter anderem der FH Aachen, ein neues deutschlandweites Angebot entwickelt. Der Online Mathematik Brückenkurs OMB+ soll die Mathematikkenntnisse der Schule auffrischen, Sicherheit beim Umgang mit mathematischen Konzepten geben und die Anwendung grundlegender Verfahren vermitteln. Die TU9, die Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland, hat das digitale Angebot nun anerkannt. Inhaltlich richtet sich der Kurs nach dem von der COSH-Gruppe aus Baden-Württemberg erstellten Mindestanforderungskatalog für das Hochschulstudium eines WiMINT-Fachs aus. „Wir haben es mit dem Kurs erstmalig mit führenden Hochschulen geschafft, unter der Federführung von TU9, der Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland, deutschlandweit Standards für alle Studienfächer, in denen Mathematik eine Rolle spielt, zu definieren“, erläutert der Mathematik-Professor und RWTH-Prorektor für Lehre Aloys Krieg.

Das Angebot ist frei online verfügbar, jede teilnehmende Hochschule kann es den eigenen Studieninteressierten zur Verfügung stellen. 25 Hochschulen sind bislang Teil des Netzwerks, weitere sollen folgen. „Das Alleinstellungsmerkmal ist, dass der Kurs nicht nur aus dem E-Learning-Material besteht, sondern dass studentische Hilfskräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter zusätzlich unterstützen, und das sieben Tage die Woche“, erläutert Krieg. Täglich von 10 bis 20 Uhr stehen die Tutorinnen und Tutoren per Telefon, Skype, Chat oder E-Mail zur Verfügung. Sie beantworten Fragen, moderieren die Arbeitsgruppen und Foren, verfolgen Diskussionen wie Lösungswege und korrigieren Fehler. „Es reicht nicht aus, ein Angebot ins Internet zu stellen, sondern die soziale Einbindung der Lernenden ist wesentlich für den Erfolg“, sagt Krieg. „Dieser Aspekt wird oft unterschätzt.“

In den Bereichen, in denen die Hochschulen bei Studienanfängern Defizite erkannt haben, vermittelt der OMB+ also die Mathematikkenntnisse, die für das Studium gebraucht werden. „Wir möchten auch Studieninteressierten, die in Mathe noch nicht so weit sind, die Chance geben, dass sie erfolgreich im Studium bestehen“, so Krieg. Der Kurs besteht aus erklärenden Texten mit Beispielen, interaktiven Bildern, Übungen und Tests, mit denen die Teilnehmenden ihr Wissen selbst prüfen können. Er ist modular aufgebaut, die Arbeitsweise eigenständig und flexibel. Nach einem Abschlusstest erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

Die Beta-Version wurde seit Ende 2014 getestet und seitdem anhand des Nutzerfeedbacks sowie eines Begutachtungsprozesses innerhalb von TU9 kontinuierlich weiterentwickelt. „Die Qualitätssicherung geht weiter, wir erarbeiten neue Features und Inhalte“, so Krieg. So ist der Kurs ist seit kurzem auch auf Englisch verfügbar. In der zentralen Serviceeinheit der RWTH „Medien für die Lehre“ werden derzeit gemeinsam mit der FH Aachen Videos produziert, in denen Studierende die Lösung von Aufgaben vorrechnen – ein Format, das nach ersten Erhebungen von Professor Aloys Krieg sehr gut ankommt.

Redaktion: Presse und Kommunikation