Zwei RWTH-Wissenschaftler in das Junge Kolleg aufgenommen

22.12.2020

Die RWTH-Wissenschaftler Dr.-Ing. Christian Haase und Dr. Philipp Trotter sind in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen worden.

 

Sie erhalten damit eine der bedeutendsten Auszeichnungen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Nordrhein-Westfalen. Bis zu 30 Vertreter und Vertreterinnen aller Fachrichtungen können für die Dauer von maximal vier Jahren berufen werden, sie erhalten ein jährliches Stipendium in Höhe von 10.000 Euro und nehmen am Akademieleben teil. Voraussetzung für die Mitgliedschaft sind neben der Promotion herausragende wissenschaftliche Leistungen an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in NRW. Zum Zeitpunkt der Aufnahme dürfen die Mitglieder nicht älter als 36 Jahre sein und noch keine unbefristete Hochschullehrstelle innehaben. Im Jungen Kolleg haben sie die Möglichkeit, ihre Projekte in interdisziplinären Arbeitsgruppen zu diskutieren.

  Dr.-Ing. Christian Haase Urheberrecht: privat

Christian Haase

Christian Haase studierte Maschinenbau und Werkstofftechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und promovierte an der RWTH. Er absolvierte mehrere internationale Forschungsaufenthalte, unter anderem an der University of Ottawa, Kanada und der Monash University in Melbourne, Australien. Seit 2016 leitet der 35-jährige die Forschungsgruppe „Integrative Werkstoffsimulation“ am Lehrstuhl Werkstofftechnik der Metalle des Instituts für Eisenhüttenkunde. Auch leitet er die Nachwuchsgruppe „MatAM– Design additiv gefertigter Hochleistungsmaterialien für die Automobilindustrie“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt hierfür 1,6 Millionen Euro zur Verfügung – die Förderung ist personengebunden und mit der Leitung der Nachwuchsgruppe verknüpft. Haase ist zudem Mitglied und Gutachter in führenden Organisationen und Zeitschriften.

Haase forscht zu grundlegenden metallphysikalischen Mechanismen in metallischen Hochleistungswerkstoffen. Im Fokus steht das Mikrostruktur- und Legierungsdesign neuer Werkstoffe für die individualisierte Produktentwicklung über additive Fertigungsverfahren. Durch die Verbindung von Konstruktion, Werkstoff und Prozess wird ein ganzheitlicher, stark interdisziplinärer Forschungsansatz möglich, der die optimale Ausnutzung der Materialeigenschaften erlaubt. So wird eine Grundlage für die erfolgreiche Implementierung der additiven Fertigung im Kontext der Industrie 4.0 geschaffen.

  Dr. Philipp Trotter Urheberrecht: privat

Philipp Trotter

Philipp Trotter, Jahrgang 1985, hat an der RWTH Wirtschaftsingenieurwesen mit Abschluss Diplom studiert und wurde durch die Studienstiftung des deutschen Volkes und den Deutschen Akademischen Austauschdienst gefördert. Er absolvierte Auslandsaufenthalte an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh und der University of California, Berkeley. Zwischen 2011 und 2014 arbeitete er als Unternehmensberater im Energiesektor bei McKinsey & Co. und war in Südafrika, China, den USA und Deutschland tätig. Nach einem Master-Abschluss an der London School of Economics promovierte er an der University of Bath zu „Nachhaltigkeitsoptimierung afrikanischer Energiesysteme“. Seit 2020 hat er eine kombinierte Postdoc-Stelle an der University of Oxford und der RWTH Aachen inne. Trotter tritt im Mai 2021 zudem am Lehrstuhl für Operations Management ein Marie Skłodowska-Curie Individual Fellowship an. Mit dieser Auszeichnung finanziert die Europäische Union unter dem Titel „Decentralised Energy-Leveraging Transformation of African Development“ (DELTA-Dev) ein transdisziplinäres Forschungsprojekt in Uganda. Trotter kombiniert hier den Energie-, Transport- und Landwirtschaftssektor in integrativen Wertschöpfungsketten, um Synergien für nachhaltige Entwicklung zu realisieren. Auch engagiert er sich ehrenamtlich für soziale Unternehmen.

Über 600 Millionen Menschen und große Teile ländlicher Wertschöpfungsketten in Subsahara-Afrika haben keinen Zugang zu Strom. Elektrifizierung scheitert oft an einer Kombination finanzieller, umweltbedingter, politischer und sozialer Gründe. Trotter forscht interdisziplinär an diesem Problem: Er entwickelt mathematische Supply Chain Optimierungsmodelle, entwirft serviceorientierte Geschäftsmodelle für nachhaltige Entwicklung und analysiert politische Richtlinien, die den privaten Sektor als Treiber nachhaltiger Entwicklung fördern. Basierend auf seiner Forschung hat Trotter bereits die Europäische Union, die International Renewable Energy Agency, mehrere afrikanische Regierungen sowie Unternehmen in Uganda und Nigeria beraten.

Kontakt

Dr.-Ing. Christian Haase
Institut für Eisenhüttenkunde

Dr. Philipp Trotter
Lehrstuhl für Operations Management

Redaktion: Presse und Kommunikation