Ökologischer Wandel der Bauwirtschaft

01.12.2016

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Stanimira Markova

Leitung FG Zukunfttechnologien Gebäudenachhaltigkeit

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Im Rahmen des Forschungsprojekts „GREENbimlabs“ hat ein internationales Team aus Ingenieuren, Softwareentwicklern und Betriebswirten eine Gründungsförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, kurz BMWi, erhalten. Unter Projektleitung von Stanimira Markova soll im Lehr- und Forschungsgebiet Bauplanung und Baurealisierung der Fakultät für Architektur ein Konzept zum ökologischen Wandel der Bauwirtschaft entworfen werden.

 

Dazu entwickelt die Forschergruppe eine experimentelle Software, mit der erstmals die Wiederverwertung und Ressourceneffizienz von Baumaterialien vom Design bis zum Abbruch modelliert werden kann. Ziel ist, sich nach der Forschungsphase an der RWTH innerhalb von 18 Monaten als Unternehmen auszugründen. Das Ministerium fördert das Gründungsvorhaben im Rahmen seines selektiven Programms „EXIST-Forschungstransfer“ mit rund einer halben Million Euro.

Diplom-Ingenieurin Markova hat an der TU Wien, der ETH Zürich und der RWTH Aachen untersucht, wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung verstärkt Einzug in den Gebäudesektor halten. GREENbimlabs setzt bei dieser Entwicklung an: „Die Nutzung digitaler Modellierung für nachhaltiges Bauen steckt noch in den Kinderschuhen. Speziell die Kreislauffähigkeit von Baumaterialien ist im Gegensatz zur Energieeffizienz noch völlig in der Praxis vernachlässigt“, sagt Markova. Dabei habe die EU-Politik den effizienten Ressourceneinsatz im Gebäudesektor bereits 2014 zur Priorität gemacht. So sei aus Studien im EU-Raum bekannt, dass die Hälfte des Werkstoffverbrauchs und ein Drittel aller Abfälle auf den Bau und die Nutzung von Gebäuden entfallen. „Digital lassen sich beide Umweltprobleme lösen“, sagt die Forscherin.

Die Software richtet sich an Planer, Hersteller, Bauunternehmen, Behörden, Bauherren und Gebäudebetreiber, die wertvolle Rohstoffe wiederverwerten und gleichzeitig die langfristige Wirtschaftlichkeit von Bauvorhaben steigern möchten. Die Nutzer können automatisierte Auswertungen und Optimierungen der Wiederverwendbarkeit, der Recyclingfähigkeit und der Abfallentstehung der eingesetzten Materialien und Bauprodukte durchführen. Erstmals lassen sich die daraus resultierenden Instandhaltungs- und Lebenszykluskosten ganzer Bauvorhaben simulieren. Ermöglicht wird dies durch objektbasierte 3D-Verfahren anhand der innovativen „Building Information Modeling“ (BIM)-Technologie.

Seitens der RWTH wird das Team unter anderem durch Dekan Alexander Markschies und Prodekanin Sabine Brück unterstützt: „Als Stanimira Markova im Rahmen ihrer Bewerbung für die EXIST-Förderung auf mich zugekommen ist, habe ich keine Sekunde gezögert, die Schirmherrschaft für dieses Projekt zu übernehmen“, betont Brück. „Von der Idee bis zum Team passt hier alles zusammen – ich traue GREENbimlabs sehr viel zu“, ergänzt Markschies. Unterstützung aus der Wirtschaft erhalten die Forscher von Hagen Schmidt-Bleker, Geschäftsführer der Firma Formitas: „Wir freuen uns, GREENbimlabs als Ansprechpartner aus der Praxis zur Seite zu stehen.“

Redaktion: Presse und Kommunikation