RWTH Aachen verleiht Brigitte-Gilles-Preis 2020

22.03.2021

In insgesamt vier Kategorien verlieh die RWTH Aachen den mit bis zu 2.500 Euro dotierten Brigitte-Gilles-Preis 2020. Er honoriert Projekte, Initiativen und eine Abschlussarbeit, welche die Bedingungen für Studium, Lehre und Forschung von Frauen an der Hochschule verbessern. Somit tragen sie dazu bei, die Zahl von Wissenschaftlerinnen und Studentinnen in Studiengängen mit geringem Frauenanteil zu erhöhen.

  Personen auf der Treppe des RWTH-Hauptgebäudes Urheberrecht: Andreas Schmitter Professorin Doris Klee (hinten Mitte), Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs an der RWTH, überreichte die Brigitte-Gilles-Preise 2020.

Die externe Kategorie würdigt Projekte, die das Interesse von Schülerinnen an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT genannt - fördern. Die Auszeichnung erhielt in diesem Jahr die Initiative „Die interaktive Erlebniswelt der Akustik für große und kleine Kinder“. Hierbei wurden Konzepte entwickelt, die Mädchen zwischen drei und zwölf Jahren das spielerische und interaktive Erkunden und Erlernen des Hörens und der Akustik ermöglichen. Die Koordination und Betreuung erfolgt durch Karin Loh vom Lehr- und Forschungsgebiet für Medizinische Akustik und wird geleitet von Professorin Janina Fels.

Die Vernetzungsplattform „female Network Melaten“ erhielt den Preis in der internen Kategorie. Die Initiative will den aktiven Austausch und die Vernetzung für berufstätige Frauen am Campus Melaten erleichtern. Strukturelle Ausgrenzung und persönliche Bedenken sind häufige Gründe für ein oftmals ineffektives Netzwerken bei Frauen. Über die Plattform werden Events zum Kennenlernen organisiert, die Impulse geben und zur Findung gemeinsamer Interessen dienen. Das Projekt wird von Katharina Müller vom Lehrstuhl für Produktionssystematik verantwortet.

Das Projekt „Hlumani – der Zukunft eine gerechte Chance geben“ erhielt einen Sonderpreis. Es entstand durch eine internationale universitäre Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur der RWTH, der Universität Stuttgart und der Universität Kapstadt. Es unterstützt die Entwicklung eines Community Centers für Farmerinnen. Das Community Center ist Treffpunkt, Packstation und Verkaufsraum für das geerntete Obst und Gemüse. Es vereint Frauenförderung, Internationalität, Nachhaltigkeit sowie Diversity und erhöht somit die internationale Sichtbarkeit der RWTH.

Den Brigitte-Gilles-Preis 2020 in der Kategorie Abschlussarbeit erhielt Dr. Anna Stertz vom Lehrstuhl und Institut für Psychologie für ihre Dissertation mit dem Titel „From an individual to a dyadic perspective on work and family: Parents’ decisions and experiences after childbirth“. Sie untersuchte arbeits- und familienbezogene Entscheidungen und das Erleben von Eltern nach der Geburt ihres Kindes aus einer individuellen sowie dyadischen Perspektive. Mit dem Übergang zur Elternschaft erfolgt die Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zumeist nach einem traditionellen Muster: Mütter wenden mehr Zeit für Kinderbetreuung und Hausarbeit auf, Väter für Erwerbsarbeit. Elternzeit wird also nicht gleichermaßen aufgeteilt, obwohl sich das häufig beide Seiten wünschen. Die Dissertation wurde von Professorin Bettina Wiese, Inhaberin des Lehrstuhls und Instituts für Psychologie, und Privatdozentin Dr. Viktoria Arling vom Lehr- und Forschungsgebiet Gesundheitspsychologie betreut. Sie erhielt das Prädikat „summa cum laude“.

Redaktion: Presse und Kommunikation