Zahnärzte im Nationalsozialismus

06.06.2017

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Zahnärzte im Nationalsozialismus“ findet am 8. und 9. Juni 2017 die Tagung „Zahnheilkunde und Zahnärzteschaft im Nationalsozialismus“ statt.

 

An der Konferenz nehmen Wissenschaftler aus dem In- und Ausland sowie Vorstandsvertreter der Bundeszahnärztekammer, BZÄK, der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, DGZMK, und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, KZBV, teil. Dazu gibt es am Donnerstag, 8. Juni 2017, um 19 Uhr einen öffentlichen Vortrag im Hörsaal H01 im C.A.R.L., Claßenstraße 11 in Aachen. Dr. Roman Töppel spricht zum Thema „Hitlers ‚Mein Kampf‘ – Eine kritische Edition“. Töppel ist Historiker und Mitherausgeber der 2016 vom Institut für Zeitgeschichte veröffentlichten kommentierten Gesamtausgabe. In dem Vortrag wird auch auf medizinische Inhalte Bezug genommen.

Seit Herbst 2016 erforscht Professor Dominik Groß vom Lehrstuhl für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH mit seinen Kollegen Dr. Matthis Krischel (Universität Düsseldorf) und Enno Schwanke (RWTH Aachen) in dem Projekt die Geschichte der Zahnmediziner im Dritten Reich. Dabei handelt es sich um das erste öffentlich ausgeschriebene Projekt zur Rolle dieser Berufsgruppe im Nationalsozialismus. Das von DGZMK, BZÄK und KZBV gemeinsam finanzierte Forschungsvorhaben rückt sowohl zahnärztliche Täter als auch zahnärztliche Opfer beziehungsweise den zahnärztlichen Widerstand in den Fokus und versucht eine systematische Analyse der Wissenschafts-, Verbands- und Berufspolitik und ihrer Fachvertreter im Dritten Reich sowie in den Zeiträumen unmittelbar vor und nach der nationalsozialistischen Epoche zu erstellen. Das Vorhaben steht in direktem Zusammenhang mit der Aufarbeitungsinitiative des Bundesgesundheitsministeriums, der Bundesärztekammer und der Bundeszahnärztekammer. Die Berufsgruppe der Zahnärzte folgt somit dem Beispiel der Kinderärzte, Psychiater und Arbeitsmediziner, die bereits in den vergangenen Jahren große Aufarbeitungsinitiativen durchgeführt haben.

„Medizin im Nationalsozialismus“ gehört zu den Schwerpunktthemen des Aachener Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Das aktuelle Projekt ist bereits das zehnte eingeworbene Forschungsvorhaben zu diesem Themenbereich, und die aktuelle Veranstaltung bereits die vierte vom Institut ausgerichtete nationale Tagung zu diesem Forschungsbereich. Zudem wird vom Aachener Institut die Fachbuchreihe „Medizin und Nationalsozialismus“ herausgegeben.