Statement der RWTH Aachen zur Machbarkeitsstudie für ein Werk in Karasu, Türkei

04.09.2017

Statement der RWTH Aachen zur Machbarkeitsstudie für ein Werk in Karasu, Türkei.

 

Wie im Wochenmagazin „stern“ vom 31. August 2017 berichtet wurde (vorab online), war das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen im vergangenen Jahr kurzzeitig mit einer Machbarkeitsstudie für ein Werk in Karasu betraut. Dieser Vorgang hätte nicht passieren dürfen und wird von den Verantwortlichen der RWTH Aachen bedauert.

Gegenstand war ein Werk für die Produktion von Spezialfahrzeugen – Trucks und Personentransporter – , die Studie wurde im August 2016 begonnen. Panzer oder Kampffahrzeuge waren kein Vertragsgegenstand. Ein Auftrag für die Erbringung solcher Leistungen wäre kategorisch abgelehnt worden. Auftraggeber waren weder das türkische Unternehmen BMC noch Rheinmetall.

Erst im Verlauf der Auftragsdurchführung wurde angefragt, ob die Studie um die Aspekte APC, AIFV und MBT erweitert werden könne. Daraufhin hat das WZL die Studie abgebrochen und den Auftrag frühzeitig beendet. Es wurde daher auch nur eine eingeschränkte Präsentation der Ergebnisse vorgelegt. Die darin dann bedauerlicherweise doch enthaltenen Daten zu APC, AIFV und MBT wurden offensichtlich seitens eines Dritten zur Verfügung gestellt. Rückblickend war es ein Fehler seitens des Auftragnehmers, überhaupt ein Ergebnis zur Verfügung zu stellen.

Die RWTH fühlt sich nicht nur im Sinne der Gesetzgebung der friedlichen Forschung verpflichtet und betreibt keine Rüstungsforschung. Das betont die Hochschule mit aller Deutlichkeit. Entsprechend wurde der Auftrag auch vor Abschluss beendet. Die uns vorliegenden Daten zur vertraglichen Vereinbarung konnten nicht erkennen lassen, dass der Auftrag eine solche Entwicklung nehmen würde. Die WZL-Leitung betont ebenso, dass Auftraggeber und Hintergründe immer zu prüfen sind, was auch in diesem Fall erfolgte.