E.ON und RWTH verlängern Kooperationsvertrag

23.06.2021

Erfolgreiche Arbeit des E.ON Energy Research Centers wird weiter gefördert

 

E.ON wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen fortführen und hat den bestehenden Kooperationsvertrag um weitere fünf Jahre verlängert. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten am 23. Juni E.ON-Vorstandsmitglied Dr. Karsten Wildberger und der Rektor der RWTH Aachen, Professor Ulrich Rüdiger.

„Mit dem neuen Kooperationsvertrag werden wir insbesondere Forschungsprojekte in den Bereichen Energie- und Nachhaltigkeitsforschung, Energiesystemanalyse und -optimierung, Smart Grids, Energiespeicherung, Energieeffizienz, Elektrifizierung und Digitalisierung fördern. Dabei konzentrieren wir uns auf das E.ON Energy Research Center der RWTH Aachen (E.ON ERC), aber auch weitere Institute der Aachener Hochschule können und sollen eingebunden werden“, erklärte Dr. Wildberger anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Das E.ON ERC ist aus einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen Industrie und Wissenschaft entstanden und setzt seit seiner Gründung im Jahr 2006 Maßstäbe in der interdisziplinären und vernetzten Energieforschung. E.ON wird in den kommenden fünf Jahren gemeinsame Forschungsprojekte mit einer Gesamtsumme von zehn Millionen Euro finanzieren. Hinzu kommen jährlich bis zu einer halben Million Euro zur Finanzierung von gemeinnützigen Projekten. In vielen Fällen werden auch die Ergebnisse der E.ON-Forschungsprojekte der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Auch RWTH-Rektor Professor Rüdiger zeigte sich sehr zufrieden mit der bisherigen Zusammenarbeit und freut sich auf fünf weitere erfolgreiche Jahre. „Gemeinsam mit EON ist die RWTH seit 15 Jahren erfolgreich dabei, einen signifikanten Beitrag zur Energiewende zu leisten. Die Zusammenarbeit zeigt, welchen Impact wir als Hochschule im Netzwerk mit unseren Partnerinnen und Partnern leisten können. Mit E.ON verbindet uns eine starke Kooperation, die wir nun für die weitere Gestaltung der Energiewende einsetzen werden.“

Für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende ist Forschung unverzichtbar. Beispiele aus der Elektromobilität, aus der Photovoltaik oder der Speichertechnik zeigen eindrucksvoll, welche Fortschritte allein in den vergangenen 15 Jahren erzielt werden konnten. 2009 hatte die Bundesregierung im Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität als ehrgeiziges Kostenziel für 2020 etwa 300 bis 500 Euro pro Kilowattstunde Batterie-Speicherkapazität (€/kWh) vorgegeben. Tatsächlich liegt dieser Wert aktuell unter 200 €/kWh. Vor gut zehn Jahren hielt man eine Reichweitenvorgabe für E-Autos von 120 bis 150 Kilometern noch für sehr ambitioniert. Auch hier waren die Entwickler deutlich schneller als erwartet, wie der Blick auf die technischen Daten zahlreicher moderner Elektrofahrzeuge zeigt. Dazu beigetragen hat auch die erhebliche Steigerung der Energiedichte von Akkus. Die konnte in nur einem Jahrzehnt mehr als verdoppelt werden. Und in der Photovoltaik liegen die leistungsbezogenen Anlagenkosten heute bei etwa einem Viertel des Vergleichswertes von 2006. Ganz wesentliche Anteile an all diesen Entwicklungen hat die Leistungselektronik. Immer kleinere und kostengünstigere Bauteile machen Lösungen möglich, an die vor einem Jahrzehnt selbst namhafte Experten kaum geglaubt haben.

An vielen dieser Fortschritte waren und sind die RWTH Aachen und auch das E.ON ERC mit seinen inzwischen sieben Lehrstühlen direkt oder indirekt beteiligt. Dabei können die Forschenden auf ein weitverzweigtes und stetig weiter wachsendes Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlichster Fachrichtungen aus aller Welt zurückgreifen. Denn komplexe Herausforderungen wie sie zum Beispiel mit der Energiewende verbunden sind, lassen sich nur noch arbeitsteilig bewältigen.

Professor Rik W. De Doncker, der das E.ON ERC seit der Gründung vor 15 Jahren als Direktor leitet, ist besonders dankbar für den schnellen Ausbau der Infrastruktur und die weltweite Anerkennung, die sich das Center in vergleichsweise kurzer Zeit erarbeiten konnte: „Ohne die Unterstützung durch E.ON hätten wir unser Energieforschungszentrum nicht so schnell aufbauen und zu einem erfolgreichen und wichtigen Bestandteil der internationalen Forschergemeinschaft machen können. Das gilt für die herausragenden baulichen Gegebenheiten ebenso wie für die intensive Zusammenarbeit mit namhaften Wissenschaftlern auf allen Kontinenten.“

Wie sehr das E.ON ERC in der nationalen wie internationalen Energieforschungslandschaft inzwischen wahrgenommen wird, lässt sich anhand zahlreicher Projekte belegen. Ein gutes Beispiel dafür ist das von der EU geförderte Forschungsprojekt Platone, in dem E.ON Avacon im Rahmen des Demonstrationsprojekts „Energieplattform Twistringen“ neue Strategien für regionale Stromverteilungsnetze entwickelt. Platone wiederum nutzt die am E.ON ERC federführend entwickelte SOGNO-Plattform, die von der Linux Foundation Energy als geeigneter Kandidat für einen weltweiten Standard in Sachen Netzautomatisierung identifiziert und anerkannt worden ist. Maßstäbe in der Weiterentwicklung von Verteilnetzen setzt der Forschungscampus Flexible Elektrische Netze.

Mit bis zu 45 Millionen Euro fördert das BMWi hier ein Projekt, in dem alle Institute des E.ON ERC und zahlreiche weitere Lehrstühle der RWTH Aachen in enger Kooperation mit E.ON und weiteren industriellen Partnern multidisziplinär und arbeitsteilig an der Weiterentwicklung und Nutzung der Gleichstromtechnik in Verteilnetzen arbeiten. Dazu wurde unlängst ein leistungsfähiges Mittelspannungs-Gleichstrom-Forschungsnetz auf dem Campus Melaten der RWTH Aachen in Betrieb genommen. An den Projekten TransUrban.NRW und SmartQuart, die als „Reallabore der Energiewende“ vom Bundeswirtschaftsministerium mit Millionenbeträgen gefördert werden, sind unter der Konsortialführung von E.ON auch Lehrstühle des E.ON ERC maßgeblich beteiligt. SmartQuart soll die dezentrale Sektorenkopplung in drei unterschiedlich strukturierten Quartieren in Essen, Bedburg und Kaisersesch demonstrieren. Dazu werden unter anderem Lösungen für energieoptimierte Gebäude entwickelt. TransUrban.NRW hat sich zum Ziel gesetzt, die klassische Fernwärmeversorgung in traditionellen Bergbaugebieten, die oft mit Temperaturen jenseits der 100-Grad-Marke betrieben wird, durch sogenannte LowEx-Netze zu ersetzen, um die CO2-Bilanz von Städten wesentlich zu verbessern.