RWTH-Wissenschaftler veröffentlichen Studie mit Reformvorschlägen zur EEG-Umlage

07.12.2021

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Gutschriften für einkommensschwache Haushalte.

 

Deutschland will mit der Energiewende zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen. Der Ausbau erneuerbarer Energien wird dabei insbesondere über die EEG-Umlage auf den Strompreis von den Endverbrauchern finanziert. Diese Umlage, benannt nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, ist für alle Haushalten gleich hoch. Im europäischen Vergleich bezahlen deutsche Haushalte den höchsten Strompreis, dieser lag im Jahr 2003 durchschnittlich bei 17,19 Cent und in diesem Jahr bei 31,94 Cent pro Kilowattstunde.

Eine Studie des Lehrstuhls für Energiesystemökonomik der RWTH Aachen kommt nun zu dem Ergebnis, dass die EEG-Umlage für einkommensschwache Haushalte eine große Herausforderung darstellt. „Sie war äußerst wirksam für den bisherigen Erfolg der Energiewende. Allerdings können wir einen signifikanten negativen Effekt auf den Gini-Koeffizienten messen, der die Schere zwischen einkommensschwachen und einkommensstarken Haushalten abbildet. In Deutschland fallen infolge der einkommensunabhängigen EEG-Umlage rund 40.000 Haushalte zusätzlich unter die Armutsgefährdungsschwelle“, analysiert Professor Aaron Praktiknjo, Inhaber des Lehrstuhls für Energiesystemökonomik.

Inzwischen plant die neue Ampel-Koalition die Abschaffung der EEG-Umlage ab 2023. Die RWTH-Wissenschaftler schlagen allerdings alternativ eine Reform der EEG-Umlage vor, bei der diese zunächst für alle Haushalte steigen soll. Die privaten Haushalte würden im Gegenzug Gutschriften erhalten, die in ihrer Höhe abhängig von der jeweiligen Einkommenssituation sind. So hätten einkommensschwächere Haushalte den Berechnungen zufolge insgesamt geringere Ausgaben für Strom, während einkommensstärkere Haushalte mehr Geld für die Energiewende aufbringen würden. „Rund 30.000 Haushalte weniger lägen bei unserem Vorschlag unter der Armutsgefährdungsschwelle im Vergleich zur geplanten Abschaffung der EEG-Umlage. Das durch die Gutschrift zusätzlich verfügbare Kapital könnte in energieeffizientere Geräte investiert werden“, so Jan Priesmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Energiesystemökonomik.

Die Studie ist als Preprint verfügbar.