Neuer Verbund in der Friedensforschung

15.02.2022

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RWTH koordiniert interdisziplinären Forschungsverbund zur Vertrauensbildung in der nuklearen Abrüstung und Nichtverbreitung.

 

Nicht zuletzt die Ukrainekrise zeigt, dass die weltpolitische Lage zunehmend unsicher und unüberschaubar ist. Sie ist geprägt durch steigende Multipolarität, Großmachtrivalität, rapiden Wandel und Misstrauen zwischen Staaten. Gleichzeitig ist die Gefahr durch Kernwaffen mit weltweit über 13.000 Atomwaffen noch immer präsent. Vor diesem Hintergrund wurde von der RWTH der neue Forschungsverbund „Verifikation in einer komplexen und unvorhersehbaren Welt: Soziale, politische und technische Prozesse“ (VeSPoTec) auf den Weg gebracht.

Gefördert wird der Verbund für vier Jahre durch das BMBF im Rahmen der Förderlinie „Stärkung der Friedens- und Konfliktforschung“. Ziel ist die Etablierung eines neuen regionalen Zentrums für interdisziplinäre Friedensforschung. Das Vorhaben wird vom BMBF mit insgesamt 3,2 Millionen Euro gefördert und von der RWTH-Forschungsgruppe „Nukleare Verifikation und Abrüstung“ unter Leitung von Professor Malte Göttsche koordiniert. Beteiligt sind an der RWTH außerdem Professor Ralph Rotte, Lehrstuhl für Internationale Beziehungen“ und Professor Stefan Böschen vom Human Technology Center der RWTH. Weitere Projektpartner sind das Forschungszentrum Jülich und die Universität Duisburg-Essen.

Ein Team aus Forschenden der Soziologie, Natur- und Politikwissenschaften erforscht Maßnahmen der Vertrauensbildung im nuklearen Bereich zur Stärkung der globalen Sicherheit. Dabei geht es insbesondere um die Weiterentwicklung von Verifikationsverfahren. Damit überprüft beispielsweise die Internationale Atomenergie-Organisation, dass keine neuen Staaten Kernwaffen bauen. Verträge zur Reduktion von Kernwaffenbeständen basieren auf umfassenden Inspektionsvereinbarungen, die jedoch der Weiterentwicklung bedürfen. Dort setzt das neue Forschungsvorhaben an, indem unter anderem Technologien wie physikalische Messverfahren und Analysemethoden für die Verifikation weiterentwickelt werden. Verifikation ist ein notwendiges Mittel zur Sicherstellung der Nichtverbreitung nuklearer Waffen und um Rüstungskontrolle und Abrüstung zu ermöglichen, da sie die Einhaltung von Verträgen überprüfen und als vertrauensbildende Maßnahme fungieren. Sie basiert auf einem komplexen Geflecht von Wissen und Vertrauen, bei dem der Einfluss politischer und sozialer Randbedingungen besonders hoch ist.