Vom Energiesparhaushalt zum Energiesparhaus

21.09.2011

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Ein Haus zu entwickeln, dessen Energiebedarf allein mit Solarstrom gedeckt wird, ist die Aufgabe des diesjährigen Wettbewerbs “Solar Decathlon Europe“ 2012. Der “Solar Decathlon Europe“ ist ein internationaler Studierendenwettbewerb zum Thema Nachhaltigkeit im Bauwesen. Er findet alle zwei Jahre statt und wird 2012 im September in Madrid ausgetragen.

 

An dem Wettbewerb nehmen Universitäten aus insgesamt 15 Ländern teil, darunter auch ein interdisziplinäres Team der RWTH Aachen. Das Team aus Aachen setzt sich aus Studierenden der Fakultäten für Architektur, Bauingenieurwesen und Maschinenwesen zusammen. Sie wurden mit ihrem “Counter Entropy House“ für den Wettbewerb von der Jury nominiert. In ihrem Projekt geht es um die Entwicklung eines Hauses, das energie-, material- und transporteffizient gebaut werden soll. Das Team möchte mit dem Projekt zum weltweiten Wissen über umweltbewusstes Bauen beitragen.

Doch muss man gleich ein ganzes Energiesparhaus bauen, um Umweltbewusstsein zu zeigen? Kann man nicht auch ohne spezielles Energiesparhaus Energie sparen? Neben energieeffizientem Bauen gibt es viele weitere Möglichkeiten, wie der Energiebedarf im Alltag bewusst reduziert werden kann. Das Decathlon-Team der RWTH hat dazu hilfreiche Tipps zusammengefasst.

Richtig heizen:

Die Zimmertemperatur so niedrig wie möglich halten. Bereits eine Senkung der Raumtemperatur um nur drei Grad Celsius führt zu fast 20 Prozent weniger Heizkosten. Zimmertemperaturen über 20 Grad Celsius sind deshalb möglichst zu vermeiden. In ungenutzten Zimmern wie etwa Abstellräumen genügt eine Temperatur von zehn Grad Celsius. Unnötige Wärmeverluste sind möglichst zu vermeiden, indem Fenster und Türen in den geheizten Räumen geschlossen bleiben. Das Lüften sollte kurz und kräftig erfolgen.

Wasserverbrauch senken:

Um den Wasserverbrauch zu senken, erweist sich duschen deutlich umweltschonender als baden, weil meist weniger Wasser verbraucht und erhitzt wird. Auch beim Zähneputzen sollte das Wasser erst zum Mundausspülen wieder aufgedreht werden. Bei der Waschmaschine kann Wasser eingespart werden, indem das Fassungsvermögen der Waschmaschine immer voll ausgenutzt wird. Ein vorhandenes „Sparprogramm“ ohne Vorwäsche sollte möglichst oft genutzt werden.

Neukauf elektrischer Geräte:

Beim Neukauf von elektrischen Geräten auf die Kennzeichnungen der Geräte mit dem EU-Energielabel achten! Die Hersteller von Elektrogroßgeräten sind verpflichtet, Energie-Labels auf den Geräten anzubringen. Das Label gibt Auskunft über die Energieeffizienz des Gerätes und soll den Absatz von besonders energiesparenden Elektrogeräten fördern. Die Bewertung erfolgt in Wertungsklassen von „A“ bis „G“, wobei „A“ die beste Klasse mit einem niedrigen Bedarf darstellt. „G“ ist die schlechteste Klasse mit einem sehr hohen Energiebedarf. Die Klassen „A+“ bis „A+++“ ermöglichen die noch genauere Unterteilung der Geräte der Klasse „A“. Geräte der Energieeffizienzklasse „A+“ benötigen nur etwa drei Viertel der Energie eines vergleichbaren Gerätes der Klasse „A“, und ein Gerät mit „A++“ sogar nur die Hälfte.

Vorbei mit Standby:

Elektrische Geräte richtig ausschalten, da im Standby-Modus unnötig Strom und Energie verbraucht wird. Wenn nötig, den Stecker ziehen. Und beim Verlassen eines Raumes alle elektrischen Geräte ausschalten nach dem Motto: Der Letzte macht das Licht aus!

Energiesparen in der Küche:

In der Küche gibt es viele Möglichkeiten Energie zu sparen. Das fängt bereits bei der Auswahl des geeigneten Kochtopfes an. Ist das Behältnis zu groß, ist die Kochdauer länger und braucht mehr Energie. Ist es zu klein, geht einiges an Wärmeenergie verloren. Während des Kochens den Deckel auf den Topf legen, damit die Wärme im Topf bleibt. Kochen ohne Deckel führt zu einem etwa viermal so hohem Energieverbrauch wie das Kochen in einem geschlossenen Topf. Um Wasser abzukochen, eignet sich der Teekocher oder die Kaffeemaschine besser als ein Topf. Hier wird das Wasser energiesparender erwärmt. Ebenso wie das Erhitzen, kostet auch Kühlen eine Menge Energie: Eine Kühlschranktemperatur von 7 statt 5 Grad Celsius bringt bis zu 15 Prozent Energieeinsparung. Der Kühlschrank sollte nicht direkt neben dem Herd oder der Heizung platziert sein und regelmäßig abgetaut werden.

Energiesparen fängt im Kleinen an:

Mit nur einigen wenigen Veränderungen im Umgang mit dem Energieverbrauch kann die Umwelt und der Geldbeutel geschont werden. So lassen sich in einem Vier-Personen-Haushalt mehrere 100 Euro pro Jahr einsparen. Diese könnten die erste Ersparnis zum zukünftigen Energiesparhaus sein, wie es die RWTH-Studierenden derzeit entwickeln.

Das “Counter Entropy House“ des RWTH-Teams wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Katharina Schäffner

 

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