Dr. Markus Zanner

 

Kanzler der Technischen Universität Nürnberg

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Krise als Chance? Wieviel universitäres Innovationspotenzial steckt in der Krisenbewältigung?

Chancen und Gelegenheiten sind ebenso integrale Bestandteile einer Krise wie Risiken und Gefahren zu scheitern. Wenn sich dies auch für die Corona-Krise übertragen lässt, könnte dies einen sensationellen Innovationsschub für unsere Wissenschaftslandschaft bedeuten – oder schwerwiegende Verluste und Versäumnisse. Viele Digitalisierungsprojekte sind in den letzten 20 Monaten enorm beschleunigt worden:

Prozesse, die schon länger analog antiquiert waren. Es wurden Tools eingesetzt, die zwar theoretisch bekannt waren, aber praktisch scheinbar nicht benötigt wurden. Ein echter „digitaler Innovationsdruck“ wurde erst durch die Pandemie spürbar. Daraus ergeben sich folgende Fragen:

Haben diese Veränderungsprozesse einen nachhaltigen Impact, oder fallen sie der (wohl zutiefst menschlichen) Angewohnheit, so schnell wie möglich „Business as usual“ aufzunehmen, zum Opfer?

War die Krise lange genug, damit sich die neuen Kommunikations- und Lehrformen und administrativen Verschlankungen in unserem Wissenschaftssystem ausreichend verfestigt haben?

Werden strukturkonservative Elemente an den Universitäten das Rad zurückdrehen? Was bedeutet das für die Organisationsstrukturen in der Wissenschaft?

Müssen wir Verzögerung beim Recruiting, wo digitale Kommunikation an ihre Grenzen stößt, erst nacharbeiten? Wer sichtet, analysiert und verstetigt sinnvolle Veränderungen im Wissenschaftsbetrieb?