Professorin Sabine Kunst

 

Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Sabine Kunst Urheberrecht: © Matthias Heyde

In welche Zwänge werden Universitäten getrieben

Die Politik unterstützte die Hochschulen in der Corona-Krise mit zahlreichen Maßnahmen, beispielsweise durch Notfallfonds für Studierende, Überbrückungsangebote in Qualifikationsphasen und Fördermittel für digitale Lehrformate. Einer DIW-Schätzung zufolge werden die öffentlichen Kassen bis Ende 2021 allerdings mit einem Verlust an Wertschöpfung von circa 230 Milliarden Euro konfrontiert sein.

Dies wird auch Einfluss auf Schwerpunktsetzungen bei künftigen Haushaltsaufstellungen haben. Was folgt daraus für die ohnehin nicht auskömmlich finanzierten Universitäten? Inwiefern bleibt hier überhaupt noch Spielraum für die Verhandlung neuer Hochschulverträge? Und in welche Zwänge werden Universitäten getrieben? Die Folgen der Corona-Krise haben zwangsläufig Auswirkung auf Hochschulsteuerung.

Angesichts einer angespannten Haushaltslage sowie den Erfahrungen aus unvorhergesehenen Entwicklungen wie einer Pandemie gilt es, den Universitäten flexible Steuerungsmöglichkeiten zu öffnen, um so Freiheit und Innovationskraft der Wissenschaft zu sichern und ihren zuletzt unter Beweis gestellten Stellenwert in der Gesellschaft nachhaltig zu stärken.